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Meine Tochter ist 12 Jahre alt. Und was ist ihre Leidenschaft? Kochen! Backen! In Kochbüchern stöbern! Neue Rezepte ausprobieren…!
Von wem sie das hat? Ok, ich bin nicht ganz unschuldig, aber mit 12 Jahren habe ich noch andere Dinge im Kopf gehabt. Lesen. Mich mit Freundinnen treffen. Jungs ärgern. Aber ganz sicher nicht kochen.

Eigentlich ist es schön, wenn man jemanden in der Familie hat, der die eigene Leidenschaft teilt. Auf der anderen Seite kann es auch anstrengend sein. Denn wenn sie den Kochlöffel geschwungen hat, dann sieht die Küche hinterher aus wie ein Schlachtfeld. Nein, nicht nur die Küche… die ganze Wohnung. Die Fortbewegung ist nach dem Backen eines Kuchens extrem erschwert, da man ständig am Boden kleben bleibt. So habe ich vor einiger Zeit den Boden 3 (!) mal hintereinander wischen müssen, ehe man die ursprüngliche Farben der Fliesen wieder erkennen konnte.
Aber nicht nur der Boden leidet nach der Koch- bzw. Back-Arie. Nein, auch die Arbeitsplatten, der Ofen, die Küchenmaschinen und sämtliche Utensilien, die benutzt wurden.

Nach langen Bitten („Aber Mama, ich hab‘ doch gekocht und bin nun erschöpft!“ „Ich koche doch auch und mache anschließend alles sauber“, erkäre ich. „Ja, aber ich bin noch ein Kind – und Kinder sind schneller erschöpft…“ usw.) erklärt sich Madam dann doch bereit, die Reinigung besagter Gegenstände und des Kochumfeldes zu übernehmen. Aber das verschlimmert die Sache nur – denn hinterher, wenn ich die Kochtöpfe, Schüsseln oder Löffel benötige, die irgendwo in den Schränken verstaut wurden, muss ich feststellen, dass überall noch der Teig oder sonstige undefinierbare Massen daran kleben. Und dann geht das Abspülen und Putzen erst richtig los. Dass meine Stimmung darunter leidet, dürfte verständlich sein. Und dass das Verhältnis Mutter-Tochter darunter leidet, dürfte ebenfalls klar sein.

Wie oft habe ich geschworen, den Nachwuchs nicht mehr an den Herd zu lassen, aber dann schreitet meine innere Stimme ein: „Du willst doch nicht, dass das Talent Deiner Tochter verkümmert, nur weil sie es nicht ausleben darf?“
„Nein, natürlich will ich das nicht….“
„Und Du willst doch, dass sie etwas von Dir lernt?“
„Klar will ich das!“
„Und Du willst doch nicht, dass sie sich am Ende frustriert irgendwelchen anderen ‚Hobbies‘ zuwendet, wie beispielsweise der Playstation?“ Meine innere Stimme bekommt einen leicht drohenden Unterton…
„Oh Gott, nein!“
„Dann nimm‘ gefälligst in Kauf, dass sie es mit dem Putzen nicht so hat… Aus! Basta!“ Meine innere Stimme duldet nun keine Widerworte mehr.
Dennoch wage ich noch einen schwachen Versuch.
„Aber ich bin berufstätig und kann doch nicht ständig die Küche und das Wohnzimmer putzen. Und den Flur… “
Aber da ist es schon verschwunden – mein zweites Ich.

Tja, und so drücke ich immer wieder ein Auge zu, wenn Madam zu mir kommt… – mit irgendeinem Rezept in der Hand, das sie ausgedruckt hat oder einem Kochbuch, in dem zig kleine Einmerker kleben – und laut verkündet: „Heute koche ich!“

Ich erwähne nun bewusst nicht, dass diverse Ergebnisse ihrer Kochexperimente des öfteren im Müll landen. Oder dass, wenn ich mich zwischendurch an den Herd wage, sämtliche Zutaten, die ich in der Speisekammer wähnte, nicht mehr auffindbar sind. Wir kennen den Grund….

Wie auch immer – gestern durfte sie wieder backen. Für den Tag der offenen Tür in ihrer Schule. Und hier das Ergebnis: superleckere Schokomuffins mit Topping. Dass nicht nur wir begeistert waren, bestätigten auch diejenigen, die diese Gebäcke innerhalb weniger Minuten an sich gerissen und gegessen haben.

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Zutaten für 12 Muffins

  • 125 g weiche Butter
  • 125 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 Eier
  • 200 g Mehl
  • ½ Pck. Backpulver
  • 100 ml Milch
  • 2 El Kakaopulver

Für die Glasurcreme

  • 200 g Bitterschokolade
  • 200 g Creme Fraiche
  • 50 g Puderzucker

Zubereitung

1.
Ofen auf 180°C vorheizen.
Die Butter mit dem Zucker cremig schlagen, Dann Vanillezucker dazu geben und verrühren. Anschließend die Eier nach und nach mit der Butter-Zucker-Mischung verrühren. Mehl mit dem Backpulver vermischen und einen kleinen Teil in die Butter-Zucker-Creme geben. Den Rest Milch und Mehl weiter im Wechsel unterrühren. Zuletzt das Kakaopulver unterrühren. Den Teig in die Muffinsbackformen füllen und ca. 10 min backen.

2.
Inzwischen alle Zutaten für die Glasur verrühren. Wenn die Muffins abgekühlt sind, die Glasurcreme mit Hilfe einer Tüte bzw. Spritzform darauf spritzen und mit süßen Dekokügelchen, etc. bestreuen. Abkühlen und servieren.

Tipp:

Der Teig kann nun beliebig mit z.B. Nüssen, Früchten, etc. verfeinert werden.

Und hier geht es zum Download und zur Druckversion.