Heute lag ein Zettel im Briefkasten. Von DHL. Darauf stand, dass man mich nicht angetroffen hätte und deshalb müsse ich das an mich adressierte Einschreiben, morgen bei der Post abholen.
Ein Einschreiben???!!!
Einschreiben bedeuten nichts Gutes, sagt man.
Wer also schickt mir ein Einschreiben???

Ich rufe meine Eltern an. Mir fällt auf die Schnelle niemand anderer ein, den ich anrufen könnte. Eltern geben einem doch immer so gute Ratschläge. Außerdem sind sie viel älter und haben somit viel mehr Lebenserfahrung als ihre Kinder.
„Wer könnte mir wohl dieses Einschreiben geschickt haben?“, frage ich meine Mutter hilfesuchend.
„Du bist bestimmt wieder so gerast. Darum bekommst du Post von der Polizei“, meint sie knallhart. An meinem Fahrstil hatte sie schon immer etwas auszusetzen. Aber ich muss zugeben, auch ich hatte kurzzeitig diesen Gedanken.
Mit ihrem ‚Optimismus‘ gießt meine Mutter noch Öl bei mir ins Feuer.
Ein Brief von der Polizei? Bin ich wirklich wieder zu schnell gefahren? Dann bin ich den Führerschein erstmal los. Und was dann? So ohne Führerschein? Wo könnten sie mich überhaupt geblitzt haben? Ich hab‘ doch aufgepasst. Oder hab ich einen Blitzer übersehen?
Ich beende das Gespräch, bevor sie noch ausschweifender wird.

Wie soll ich die Nacht bis morgen überstehen?
Den Brief kann ich erst morgen Abend abholen. Bis dahin muss ich Ruhe bewahren. Gut, ich versuche an etwas anderes zu denken. Ich setze ich mich an den Computer um ein paar Überweisungen zu machen.
Dann die Idee! Vielleicht finde ich mit der Sendungsnummer heraus, wer mir das Einschreiben geschickt hat?
Mann, bin ich clever…
Ich gebe in die Google-Suche „Einschreiben Sendungsnummer Absender herausfinden“ ein.
Und finde… nichts.
Ich gebe „Einschreiben was kann das sein?“ ein.
Nun stoße ich auf diverse Foren, in die verzweifelte Menschen – wie ich – auf der Suche nach Antworten sind. Antworten, um welche Art Einschreiben es sich handeln könnte, das durch einen Zettel im Briefkasten angedroht wird und irgendwo in einer Post darauf wartet, von ihren verängstigten Adressaten abgeholt zu werden.
Kluge Forenbesucher wissen, was es sein könnte. Sie erklären, dass man nur im Falle einer Kündigung ein Einschreiben bekommt. Oder wenn man als Zeuge vor Gericht geladen wird…
Mir droht eine schlaflose Nacht!
Aber manch einen hat es noch schlimmer getroffen als mich. Sie müssen über mehrere Tage, weil Wochenende ist und/oder weil Feiertage sind, warten.
Wie bitter!
Weil es aber zu anstrengend ist, mir alles durchzulesen, scrolle ich einfach bis ans Ende, wo jene panische Kreatur ein, zwei oder drei Tage später all den neugierigen auf Antwort wartenden Forenfreunden berichtet, was in dem Einschreiben stand.
Es war die Oma, die ihrem Enkel 100 Euro hat zukommen lassen! Es war die KFZ-Zulassungsstelle, die den Fahrzeugschein geschickt hat! Es war die Bank, die die neue Kreditkarte geschickt hat! Aber nie war es eine Zeugeneinladung. Und nie ist einem gekündigt worden. Ja, und nie wurde einem der Führerschein entzogen.
Das lässt hoffen…

Das Einschreiben

Darum kann ich mich nun wieder anderen Dinge zuwenden. Wie zum Beispiel einem tollen Rezept: einer wunderbaren Abwandlung eines Klassikers – der Lasagne. Ich spreche von der Teller-Lasagne mit Babyspinat.

Hier das Rezept:

Zutaten
für 4 Personen

  • 4 Lasagneplatten
  • 3 EL Olivenöl
  • 250 g Babyspinat
  • 3 Schalotten
  • 250 g Kirschtomaten
  • 250 g Ricotta
  • 1 Eigelb
  • 40 g Parmesan
  • Etwas Muskatnuss, frisch gerieben
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Lasagneplatten in kochendem Salzwasser ca 5 Minuten bissfest garen. Anschließend mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser heben und nebeneinander auf einen leicht geölten Teller legen. Auch die Oberfläche mit etwas Öl bestreichen.
  2. Babyspinat waschen und die Schalotten klein hacken. Das restliche Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig dünsten. Tomaten zugeben und kurz anbraten. Den tropfnassen Spinat in einen Topf geben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken.
  3. Ricotta abtropfen lassen und mit Eigelb und 30 g Parmesan glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer und dem Muskat abschmecken.
  4. Lasagneplatten auf vier ofenfeste Teller geben. Je 1 Esslöffel Ricotta auf eine Hälfte der Platte geben und mit Spinat und Tomaten belegen. Lasagneblätter umklappen und den restlichen Ricotta auf die Oberfläche streichen. Mit dem restlichen Parmesan bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 10 bis 15 Minuten auf der mittleren Schiene überbacken. Anschließend sofort servieren.

Hier geht es zum Download und zur Druckversion.

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