Dezember – ein anstrengender Monat. Nicht nur, weil Weihnachten mit all seinen vorweihnachtlichen Aktivitäten vor der Tür steht, sondern weil ich auch Geburtstag habe. Zu diesem Anlass veranstalte ich alljährlich ein Fest. Und wenn ich feiere, dann versuche ich auch größtenteils das Essen bzw. das Buffet selbst zu gestalten. Als Ziel setze ich mir meist, etwas zu kredenzen, was die Leute so noch nicht gegessen haben. Thunfischfrikadellen zum Beispiel. Oder italienische marinierte Karotten. Oder einen Walnuss-Feigen-Gorgonzola-Dip. Oder einen orientalischen Kichererbsensalat mit Koriander… Die Liste könnte ich noch ewig so weiter führen.

Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, warum man diese Rezepte hier nicht findet. Tja, die Frage ist berechtigt. Der Plan sah anders aus als die Umsetzung. So hatte ich mir beispielsweise im letzten Jahr die Kamera schon bereit gelegt, um die wunderbaren Häppchen bildlich für „Table Talks“ festzuhalten. Aber wie das so ist – es kommt immer anders als man denkt. So merkte ich, dass ich nach zwei Tagen und zwei halben Nächten in der Küche dennoch in Zeitverzug geraten war. Das lag teilweise auch daran, dass ich immer wieder neue kulinarische Ideen hatte, die ich meinen Gästen präsentieren wollte.

„Ich könnte ja noch einen Linsen-Granatapfel-Salat zaubern“, überlegte ich, während ich schon den Granatapfel in den Händen hielt. Und ehe ich mich versah, war ich schon dabei diesen aufzuschneiden und auszuklopfen.

„Mit den Reisnudeln könnte ich doch noch auf die Schnelle einen süß-sauren Reisnudelsalat machen“, schlug mir meine innere Stimme vor. Ihr kennt sie ja schon, meine innere Stimme. Sie ist sehr dominant und hat eine enorme Durchsetzungskraft. Außerdem duldet sie keinen Widerspruch.

„Ok“, antwortete ich willenlos. „Dann machen wir das auch noch…“

Und als eine Freundin anrief und fragte, ob es denn ihre heißgeliebte portugiesische Orangenrolle gibt, fiel mein Blick auf den Obstkorb, aus dem mir zwei frische Orangen entgegen „lächelten“. Und ich nickte – auch wenn sie das nicht sehen konnte.

So wurden dann aus 14 verschiedenen Gerichten plötzlich 20.

Ja, und nachdem ich alles aufgestellt und dekoriert hatte, sah ich auf die Uhr und stellte fest, dass die ersten Gäste bereits eine Stunde später angesagt waren. Ich blickte an mir herunter und sah das teigverklebte Shirt und die bemehlte Schlabberhose. Der Blick in den Spiegel machte die Sache nicht besser. Details erspare ich Euch aus Zeitgründen.

Ich sprang unter die Dusche und eine Stunde später läutete es schon. Und dann läutete es wieder… und wieder… und wieder.

Lange Rede, kurzer Sinn: morgens um 5.00 Uhr, als die letzten Gäste gegangen waren, erblickte ich die Kamera, die einsam auf einem Stuhl in der Ecke lag, und mir fiel ein, dass ich weder die kulinarischen Highlights noch meine Gäste fotografiert hatte.

In diesem Jahr schaffte ich es – wenn auch nur knapp – ein paar Fotos zu machen. Die bildliche Qualität lässt zwar zu wünschen übrig, aber wir wollen nicht kleinlich sein…

Hier nun der orientalische Kichererbsensalat mit Koriander:

kichererbsensalat

Zutaten für zwei Portionen

  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 Handvoll frische Petersilie
  • 1 Handvoll frische Korianderblätter
  • 1 Bund frische Pfeffermine
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2 Tomaten
  • 3 – 4 Champignons
  • 1 rote oder gelbe Paprikaschote
  • ½ Salatgurke
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 kleine Chilischote (alternativ: Chiliflocken)
  • 4 EL Essig
  • 1 EL Limettensaft
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Prise Paprikapulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Zubereitung

1.
Kichererbsen abgießen und in eine Schüssel geben. Petersilie, Koriander und Minze waschen, grob hacken und zu den Kichererbsen geben. Tomaten, Paprika, Gurke, Lauchzwiebel, Zwiebel und Champignons in Stücke schneiden und ebenfalls zugeben. Knoblauch und Chili fein hacken und unterheben.

2.
Den Salat mit Essig, Limettensaft, Salz, Pfeffer und Paprikapulver miteinander verrühren und das Öl zugeben und nochmals durchrühren. Die Salatsoße in den Salat geben und vermengen.

Hier geht es zum Download und zur Druckversion.

Guten Appetit!

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