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Ich weiß  nicht, warum, aber ich habe aus irgendeinem unerfindlichen Grund beschlossen, mir in diesem Leben noch ein paar Wünsche zu erfüllen. Wann es damit anfing? Ich fuhr letzten Sommer öfters mit einem Freund auf dem Motorrad mit. Und dann kam mir immer häufiger der Gedanke, dass es mir auch gefallen könnte,  mal selbst zu fahren. Allerdings habe ich keinen Motorradführerschein. Als ich besagtem Freund erklärte, dass ich, wenn innerhalb meiner Familie nicht alle so dagegen wären, gerne den Motorradführerschein machen würde. Er fragte mich daraufhin, ob das wirklich mein Ernst sei? Ich bestätigte das mit einem überzeugten „ja!“. Und da meinte er: „Dann mach‘ es!“

„Ich bin kein Kind mehr“, ermutigte ich mich. „Ich kann selbst entscheiden, was ich möchte und was nicht“.
So ging ich nach Hause. Dort schnappte ich mir gleich unseren Hausmeister, der auf Facebook immer Beiträge einer Fahrschule in Herrsching teilte, und fragte ihn, ob er diese Fahrschule tatsächlich empfehlen könne. „Klar!“, meinte er. „Jetzt fangen übrigens, soweit ich weiß, die Ferienkurse an. Das geht dann schneller.“

Ich rief sofort bei „Mannis Fahrschule“ an und wurde noch am selben Abend zum Vorgespräch dorthin gebeten. Dort erklärte ich meine Lage. Dass ich den Führerschein äußerst schnell machen müsse, da ich – falls meine Eltern davon erführen – mit Enterbung rechnen müsse. Ich unterschrieb sofort alles, was zu unterschreiben war und schlich heimwärts – mit schlechtem Gewissen.

Und dann ging es los: ich hatte abends mehrmals in der Woche Theorie-Doppelstunden. Und auch Samstagmorgen.

Meine Kinder wurden misstrauisch, aber ich wusste, wenn ich Ihnen davon erzählen würde, dann würden auch Opa und Oma in Kürze darüber informiert werden. Speziell meine Tochter konnte Geheimnisse nur ganz schlecht bei sich behalten. Und da sie des Öfteren bei ihren Großeltern Mittag aßen, war mir klar, dass kein Wort über meine Lippen kommen durfte.

„Wo bist du immer?“, maulte meine Tochter. Meinem Sohn war das gleichgültig – er genoss die Playstation in vollen Zügen, da ich nicht da war, um dies zu kontrollieren.
„Ich mach‘ eine Weiterbildung.“ Mir wird schlecht, wenn ich lüge. Und das war eine Lüge – wenn auch nur eine kleine. Denn eigentlich war es ja sowas wie eine Weiterbildung, wenn  man es großzügig betrachtete…
„Was für eine Weiterbildung?“ Sie ließ nicht locker.
„Das verstehst du nicht!“ Mann, finde ich das immer beschissen, wenn Erwachsene das zu Kindern sagen.
„Erklär’s  mir!“, hakte meine neugierige Tochter nach. Von wem sie diese Neugier hat? Keine Ahnung! Von mir jedenfalls nicht.
„Das ist jetzt schwierig. Ich erklär’s dir in ein paar Wochen!“ Nämlich dann, wenn ich den Lappen habe…
„Los, sag schon!“ Jetzt wurde sie penetrant.
„Für die Arbeit“, meinte ich betont gelangweilt, in der Hoffnung, dass sie sich mit dieser öden Aussage begnügte. Aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
„Ich will jetzt wissen, wo du immer bist? Du kommst immer so spät heim!“ Oh Gott, eigentlich hätte ich wissen müssen, dass sie sich nicht mit lapidaren Antworten abspeisen lässt. Ich hätte das Ganze einfach besser vorbereiten und mir plausiblere Begründungen zurecht legen sollen…
„Das ist so ein Workshop für die Arbeit. Da muss ich mich ein bisschen weiterbilden – du verstehst schon….“ Ich zwinkerte ihr zu. Und sie ging ins Bett. Puuuh! Glück gehabt.

Zwei Tage später und nach weiteren vier Theoriestunden rief mich mein Vater an.
„Sag mal, wo bist du eigentlich immer? Deine Tochter meint auch, dass du nie daheim wärest.“
Ohje. Der Nächste.
Diesmal wollte ich nicht unehrlich sein.
„Das erzähle ich dir nicht!“
„Wieso nicht?“
„Weil ich es nicht erzählen möchte!“
Mein Vater war beleidigt und ich hatte Zeit gewonnen. Dachte ich zumindest.
Denn gleich am nächsten Tag wurde ich zu meinen Eltern beordert. Und wieder wurde ich in die Zange genommen – und dann gestand ich.
Meine Eltern waren kurzfristig erleichtert, da sie mich schon in den Fängen einer Sekte wähnten. Aber dann betonten sie, dass sie sich nicht einmischen wollen würden und dass das ja allein meine Sache sei, aber dass Motorradfahren doch sehr gefährlich sei, und wenn man sich die Statistiken der Verkehrsunfälle ansehen würde… Und der Verkehr hat zugenommen… Und wie die Autofahrer alle rasen… Und der Motorradfahrer zieht immer den Kürzeren… und… und… und…

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe den Motorradführerschein in kürzester Zeit gemacht.

„Ich verstehe gar nicht, warum du den Motorradführerschein machst, wenn du dir gar kein Motorrad kaufst“, meinte mein Vater neulich.

Wenn der wüsste….

Nach bestandener Prüfung

Nach bestandener Prüfung

So, und nun frage ich mich, wie ich die Kurve vom Motorradführerschein zu den orientalischen Auberginen kriege. Als Journalistin sollte mir der Themenwechsel eigentlich „flüssig von der Feder gehen“. Das tut er aber leider nicht. Liegt vielleicht daran, dass es schon so spät ist und ich so müde bin. Drum mache ich das jetzt ohne „Kurve“:

Da ich derzeit der orientalischen Küche sehr zugetan bin, habe ich diesmal ein Rezept aus dieser Region für Euch. Auberginen werden ja im Land der aufgehenden Sonne zu Recht „Fleisch des armen Mannes“ genannt. Ein Grund mehr, dieses Gemüse einmal auf orientalische Art zuzubereiten. Hier also das Rezept:

Gefüllte Auberginen mit Joghurtdip

Orientalisches Rezept: Gefüllt Aubergine mit Joghurt-Dip

Zutaten für 4-8 Personen (je nachdem und ob Vorspeise oder Hauptgang)

Auberginen

  • 4 mittelgroße Auberginen
  • 2 El Zitronensaft
  • etwas Salz
  • 10 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Petersilie
  • 5 reife Tomaten
  • 150 g Reis, gekocht
  • ½ TL Paprikapulver, edelsüß
  • etwas Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Cayennepfeffer
  • 1 Msp. Kreuzkümmelpulver
  • 1 TL Zucker
  • Etwas Olivenöl für die Form

Für den Joghurt-Dip

  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Minze
  • 300 g Naturjoghurt
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

  1. Backofen auf 180°C vorheizen. Auberginen putzen, waschen und der Länge nach halbieren. Sofort mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz bestreuen. Das Ganze ca. 10-15 min durchziehen lassen.
  2. In einer Pfanne 5 EL Öl erhitzen und die Auberginen ca. 5 min anbraten. Mit einem Löffel das Fleisch herauskratzen, dabei aber einen ca. 1 cm breiten Rand stehen lassen. Das Auberginenfleisch grob hacken.
  3. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und fein hacken. Die Tomaten kreuzweise einritzen, mit heißem Wasser übergießen, häuten, vierteln, entkernen und klein würfeln.
  4. 5 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin glasig dünsten. Das gehackte Auberginenfleisch, Reis, Petersilie, Tomaten und Gewürze zugeben und bei schwacher Hitze ca. 4 min garen. Bei Bedarf nachsalzen.
  5. Auberginenhälften in eine geölte Auflaufform geben und die Reis-Gemüse-Mischung in die Auberginen füllen. Auberginen im Backofen auf der mittleren Schiene ca. 30  min backen.
  6. Für den Joghurt-Dip den Knoblauch schälen und fein würfeln. Minze waschen und trocken schütteln, Blätter abzupfen und fein hacken. Joghurt mit dem Knoblauch und der Minze vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auberginen mit dem Joghurt-Dip servieren.

Guten Appetit!

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