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Ich habe ja schon öfters erzählt, dass meine Tochter dem Kochen ebenso zugetan ist, wie ich. Das führt hin und wieder zu Diskussionen, weil wir uns nicht einig sind, wer den Kochlöffel schwingen darf. Sie oder ich? Und unsere Küche ist leider zu klein für zwei.

Da sie in die Montessorischule geht, ereilt sie das, was jedes Montessorikind im Laufe seiner Schullaufbahn ereilt: die große Projektarbeit in der achten Klasse!
Und mein Töchterchen ist in der achten Klasse. Im Rahmen dieser Projektarbeit müssen die Kinder selbständig ein Projektthema ausarbeiten und anschließend praktisch ausführen. So gibt es Kinder, die Bücher schreiben. Oder Kinder, die große  Events veranstalten wie beispielsweise ein Benefizkonzert. Dann hat ein Mädchen zum Beispiel Kleider genäht und eine Modenschau veranstaltet. Ein Junge hat einen Computer komplett selbst gebaut. Und ein Mädchen hat ein Motorrad umgebaut. Egal, was die Kinder machen – es muss großartig sein, etwas ganz Besonderes und wirklich selbst gemacht. Sie dürfen sich allerdings einen Mentor oder eine Mentorin suchen, der/die sie unterstützen. Aber nicht aus dem eigenen Familienkreis.

Pia hat nun beschlossen, ein Restaurant für einen Abend zu veranstalten. Dieses Restaurant findet in der Aula der Schule statt. Es bietet sich an, denn dort gibt es auch eine große Schulküche, die sie verwenden kann. Eine Mentorin hat sich auch schon gefunden – Miriam, eine Frau, die ein gut florierendes Cateringunternehmen hat. Ich bin nur Zaungast, denn ich zähle ja, wie gesagt, zur Familie. Dass mir diese Rolle sehr schwer fällt, brauche ich nicht zu erwähnen…

An jenem Abend, der am 17. März stattfinden wird, wird es für 30 Personen ein 7-gängiges vegetarisches Menü geben. Kostenpunkt: 35 € pro Kopf.
Das Geld, das übrig bleibt, wird den „Ärzten ohne Grenzen“ gespendet.
Und das Thema des Abends: „Kulinarische Reise quer durch Europa“.

Pia hat ein Plakat entworfen und lässt dies nun verfielfältigen. Und hinterher hängt sie sie auf. Außerdem hat sie diesen Event in den Elternnachrichten publiziert.

Es sind zwar noch ein paar Tage bis zu besagtem Abend hin, aber – und das lässt mich etwas unruhig werden –  sie hat bisher nur ein Rezept getestet: die Crème Brulée! Ich habe dieses Dessert im Anschluss probieren dürfen und fand, dass es einen sehr eigenartigen Nachgeschmack hatte.
„Ja, weißt Du, Mama, ich hatte keinen Bunsenbrenner, um den Zucker zu karamellisieren“, erklärte sie fachmännisch.
Bunsenbrenner???
„Und da habe ich zuerst die Zündhölzer und dann die Kerze genommen.“
Die KERZE??? Zündhözer???
Das erklärt den leicht angekokelten Wachsgeschmack im Abgang….

Nun gut, wer sie kennt, weiß, dass sie kochen kann. Und wer sie kennt, weiß auch, dass sie immer Neues ausprobiert und einiges davon im Müll landet.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich teste nun auch ein paar Rezepte. Unter anderem habe ich die türkischen Auberginenröllchen mit einer würzigen Reis-Käsefüllung gemacht. Den Kindern hat es geschmeckt, den Freunden der Kinder hat es geschmeckt und mir hat es auch geschmeckt. Wäre eigentlich ein toller Hauptgang für das „Restaurant für einen Abend“, hat aber den Haken, dass es recht zeitaufwändig ist, wenn noch sechs weitere Gänge geplant sind. Darum probieren wir einfach weiter…

Türkische Auberginenröllchen mit einer würzigen Reis-Käsefüllung

Türkische Auberginenröllchen

Zutaten

Auberginen

  • 4 mittelgroße Auberginen
  • 6 EL Olivenöl

Für die Füllung

  • 80 g Reis (Langkornreis)
  • 2-3 g Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 Paprikaschoten
  • 1 Peperoni
  • 4 Tomaten, frische (alternativ aus der Dose)
  • 75 g Käse (griechischer), ersatzweise Pecorino oder Parmesan
  • ½ TL Harissa (Gewürzmischung)
  • 10 EL Olivenöl
  • 1 Bund Petersilie, glatte, fein gehackte
  • etwas Salz und Pfeffer, frisch gemahlen

Für die Joghurtsauce

  • 150 g Joghurt, griechischer oder türkischer
  • 2 EL Crème fraîche
  • 2 Zehen Knoblauch
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer aus der Mühle
  • Butter für die Form
  • 50 g Butter, in Flöckchen gehobelt
  • 1 EL Petersilie, fein gehackte, zum Bestreuen
  • ½ Tasse Wasser, gesalzenes

Zubereitung

  1. Ofen auf 180°C vorheizen. Auberginen waschen und Stielansatz entfernen. Der Länge nach in dünne, ca. 1-cm-dicke Scheiben schneiden. Anschließend in Salzwasser legen, damit sie nicht braun werden.
  2. Für die Füllung den Reis nach Anleitung kochen. Danach das restliche Wasser abgießen und den Reis beiseite stellen.
  3. In der Zwischenzeit die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Paprikaschote halbieren, Samen und Scheidewände entfernen und in sehr kleine Würfel schneiden. Peperoni sehr fein hacken. Bei den Tomaten den Stielansatz entfernen und ebenfalls sehr klein würfeln.
  4. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Die Paprikastücke und die Peperoni zugeben und 5 min mit anschwitzen. Die Hälfte der Tomaten sowie die gehackte Petersilie und das Harissa zufügen und gut vermengen. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
  5. Käse reiben und unter den Reis mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend die Tomatenmischung unterheben.
  6. Die Auberginenscheiben aus dem Salzwasser nehmen und mit einem Küchentuch trocken tupfen. In einer beschichteten Pfanne 3 EL Olivenöl erhitzen und die Auberginenscheiben darin von beiden Seiten anbraten.
  7. Herausnehmen und auf das schmale Ende jeder Scheibe nun 1 EL von der Füllung geben. Vorsichtig aufrollen und nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform setzen. Die restlichen Tomaten über die Auberginen verteilen mit Butterflöckchen belegen. ½ Tasse Salzwasser angießen. Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und in den vorgeheizten Ofen geben. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen ca. 20 bis 25 Min. garen.
  8. Inzwischen für die Sauce den Knoblauch schälen und zum Joghurt pressen. Mit Crème fraiche glatt rühren, salzen und pfeffern.
  9. Die Form aus dem Ofen nehmen und die fertigen Auberginenröllchen mit Petersilie bestreuen und servieren. Dazu die Joghurtsauce reichen.

 Guten Appetit!

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