Wir haben ein Pubertier zu Hause. Es überragt mich um fast einen halben Kopf, ist weiblich, zählt 14 Jahre und gibt den ganzen Tag nur Kommandos: „Fahr mich dorthin!“, „Hol mich ab!“, „Ich hab Hunger!“ oder „Lass mich in Ruh!“. Dabei war das Pubertier vor nicht allzu langer Zeit richtig süß. Kuschelig. Anhänglich und immer am Schmusen. Jetzt läuft es wie ferngesteuert durch die Wohnung, blickt ständig auf das Handy und ist außerhalb der Forderungsanweisungen sehr unkommunikativ. Hinzu kommt, dass diese Wesen – ja, ich spreche nun im Plural, denn aus zuverlässigen Quellen weiß ich, dass es in verschiedenen mir bekannten Haushalten, ebenfalls derartige Gestalten gibt – gerne ihre Umgebung verwüsten. Also, somit auch meine Umgebung. Es ist schon soweit, dass ich Angst habe, heimzukehren. Ich habe Angst, die Tür aufzuschließen und das zu sehen, was ich fast täglich sehe: Chaos. Ein Chaos, das sich nicht nur durch das Zimmer des Pubertiers zieht, sondern ein Chaos, das auch in jedem weiteren Raum zu finden ist. Ich verlasse frühmorgens – so gegen 6.15 Uhr – das Haus gen Berufsstätte, sprich meiner Redaktion. Zu dieser Zeit liegt besagtes Wesen noch im Bett und träumt von all den wunderbaren Dingen, von denen Pubertiere so träumen: von Smartphones, Instagram, Snapchat, coolen Klamotten, den tollen Schminktipps von Youtube-Star Bibi und von den vielen Freunden, die man hat. Um ca. 7.30 Uhr steht es auf und um 8.00 Uhr verlässt es das Haus – bei uns beginnt die Schule erst um 8.30 Uhr. Das heißt, es bleiben lächerliche 30 Minuten, um die Wohnung, die bei meinem Verlassen top ist, zu verwüsten. Und obwohl ich mein eigenes Zimmer abschließe – Pubertiere kleiden sich nämlich gerne mit den Klamotten anderer weiblicher Familienmitglieder – fällt in der Regel der Rest der Wohnung dem Chaos zum Opfer. Ja, und ich brauche abends dann ca. 2 Stunden um das Ganze wieder in Ordnung zu bringen.

Nun gut, vorhin bin ich wieder heimgekommen. Es ist Samstag und ich war auf einer Besprechung. Das Pubertier hatte noch geschlafen, als ich gegen 11.00 Uhr das Haus verließ. Und als ich gegen 13.00 Uhr heimkam, zog sich wieder eine Spur der Verwüstung durch die Wohnung. Im Badezimmer brannte noch das Licht, Kleidungsstücke lagen überall auf dem Boden und die Schminksachen lagen im Waschbecken, in der Wanne und ebenfalls auf dem Boden. Ihr Zimmer sah aus, wie nach einem Bombenattentat. In der Küche lag ein bereits mit Marmelade bestrichener Toast – Butter und die geöffnete Marmelade standen daneben. Fliegen umkreisten interessiert das Ganze. Wie könnte das abgelaufen sein? Ich vermute, dass das Pubertier ganz normal aufgestanden ist – so gegen 12.30 Uhr. Und gerade dann, als es sich das Marmeladenbrot gemacht hatte, muss jemand „Feuer!!!!“ gerufen haben. Denn das Pubertier ließ alles stehen und liegen, rannte, wie wenn der Teufel hinter ihm her wäre, raus aus der Küche Richtung Haustür. Wahrscheinlich hatte es das Gefühl, dass die Kleidung bereits Feuer gefangen hat und entledigte sich dieser auf dem Weg nach draußen. Ja, und seither wurde es nicht mehr gesichtet, mein freundlicher Mitbewohner. Ich war so erschüttert, dass ich reflexartig ebenfalls das Weite suchen wollte und nachdem die Wohnungstür ins Schloss gefallen war, erst bemerkte, dass ich den Haustürschlüssel in der Wohnung vergessen hatte….

Ein kleiner Teil des Chaos, das das Pubertier verbreitet hat…

Ich will nicht länger mit meinem traurigen Schicksal hadern – aus einschlägiger Literatur weiß ich schließlich, dass der Zustand eines pubertierenden Wesens vorübergehend sein soll. Darum wende ich mich nun, nachdem ich die Küche gereinigt habe, wieder einem heitereren Thema zu: dem Essen!

Diesmal habe ich ein Dessert für Euch:

Englisches Trifle mit Himbeeren und Mascarponecreme

Englisches Trifle mit Himbeeren und Mascarponecreme

Zutaten für 8-10 Gläschen

  • 150 g Himbeeren, gefroren
  • 5 EL Vanillezucker
  • 100 g Sahne, flüssig
  • 250 g Mascarpone
  • 4 EL Kaffee oder Espresso, flüssig
  • 80 g Amarettini
  • 80 g Baiser

Zubereitung

  1. Himbeeren auftauen und mit 2 Esslöffel Vanillezucker vermengen.
  2. Sahne schlagen. Mascarpone mit dem restlichen Vanillezucker verrühren, Kaffee/Espresso zugeben und ebenfalls gut unterrühren.
  3. Anschließend die geschlagene Sahne unterheben.
  4. Amarettinis grob zerbröseln. 8 – 10 zurücklegen und für die Deko bereithalten.
    Baiser ebenfalls grob zerbröseln.
  5. Glas nun schichtweise nach Belieben befüllen, wie zum Beispiel: zuerst die Himbeeren, dann  etwas  Mascarponecreme, anschließend die Amarettinis, etwas von dem Baiser, evtl.
    nochmals Himbeeren, dann nochmals die Mascarponecreme, etwas Baiser und anschließend oben einen Amarettini.

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