Das Pubertier

Wir haben ein Pubertier zu Hause. Es überragt mich um fast einen halben Kopf, ist weiblich, zählt 14 Jahre und gibt den ganzen Tag nur Kommandos: „Fahr mich dorthin!“, „Hol mich ab!“, „Ich hab Hunger!“ oder „Lass mich in Ruh!“. Dabei war das Pubertier vor nicht allzu langer Zeit richtig süß. Kuschelig. Anhänglich und immer am Schmusen. Jetzt läuft es wie ferngesteuert durch die Wohnung, blickt ständig auf das Handy und ist außerhalb der Forderungsanweisungen sehr unkommunikativ. Hinzu kommt, dass diese Wesen – ja, ich spreche nun im Plural, denn aus zuverlässigen Quellen weiß ich, dass es in verschiedenen mir bekannten Haushalten, ebenfalls derartige Gestalten gibt – gerne ihre Umgebung verwüsten. Also, somit auch meine Umgebung. Es ist schon soweit, dass ich Angst habe, heimzukehren. Ich habe Angst, die Tür aufzuschließen und das zu sehen, was ich fast täglich sehe: Chaos. Ein Chaos, das sich nicht nur durch das Zimmer des Pubertiers zieht, sondern ein Chaos, das auch in jedem weiteren Raum zu finden ist. Ich verlasse frühmorgens – so gegen 6.15 Uhr – das Haus gen Berufsstätte, sprich meiner Redaktion. Zu dieser Zeit liegt besagtes Wesen noch im Bett und träumt von all den wunderbaren Dingen, von denen Pubertiere so träumen: von Smartphones, Instagram, Snapchat, coolen Klamotten, den tollen Schminktipps von Youtube-Star Bibi und von den vielen Freunden, die man hat. Um ca. 7.30 Uhr steht es auf und um 8.00 Uhr verlässt es das Haus – bei uns beginnt die Schule erst um 8.30 Uhr. Das heißt, es bleiben lächerliche 30 Minuten, um die Wohnung, die bei meinem Verlassen top ist, zu verwüsten. Und obwohl ich mein eigenes Zimmer abschließe – Pubertiere kleiden sich nämlich gerne mit den Klamotten anderer weiblicher Familienmitglieder – fällt in der Regel der Rest der Wohnung dem Chaos zum Opfer. Ja, und ich brauche abends dann ca. 2 Stunden um das Ganze wieder in Ordnung zu bringen.

Nun gut, vorhin bin ich wieder heimgekommen. Es ist Samstag und ich war auf einer Besprechung. Das Pubertier hatte noch geschlafen, als ich gegen 11.00 Uhr das Haus verließ. Und als ich gegen 13.00 Uhr heimkam, zog sich wieder eine Spur der Verwüstung durch die Wohnung. Im Badezimmer brannte noch das Licht, Kleidungsstücke lagen überall auf dem Boden und die Schminksachen lagen im Waschbecken, in der Wanne und ebenfalls auf dem Boden. Ihr Zimmer sah aus, wie nach einem Bombenattentat. In der Küche lag ein bereits mit Marmelade bestrichener Toast – Butter und die geöffnete Marmelade standen daneben. Fliegen umkreisten interessiert das Ganze. Wie könnte das abgelaufen sein? Ich vermute, dass das Pubertier ganz normal aufgestanden ist – so gegen 12.30 Uhr. Und gerade dann, als es sich das Marmeladenbrot gemacht hatte, muss jemand „Feuer!!!!“ gerufen haben. Denn das Pubertier ließ alles stehen und liegen, rannte, wie wenn der Teufel hinter ihm her wäre, raus aus der Küche Richtung Haustür. Wahrscheinlich hatte es das Gefühl, dass die Kleidung bereits Feuer gefangen hat und entledigte sich dieser auf dem Weg nach draußen. Ja, und seither wurde es nicht mehr gesichtet, mein freundlicher Mitbewohner. Ich war so erschüttert, dass ich reflexartig ebenfalls das Weite suchen wollte und nachdem die Wohnungstür ins Schloss gefallen war, erst bemerkte, dass ich den Haustürschlüssel in der Wohnung vergessen hatte….

Ein kleiner Teil des Chaos, das das Pubertier verbreitet hat…

Ich will nicht länger mit meinem traurigen Schicksal hadern – aus einschlägiger Literatur weiß ich schließlich, dass der Zustand eines pubertierenden Wesens vorübergehend sein soll. Darum wende ich mich nun, nachdem ich die Küche gereinigt habe, wieder einem heitereren Thema zu: dem Essen!

Diesmal habe ich ein Dessert für Euch:

Englisches Trifle mit Himbeeren und Mascarponecreme

Englisches Trifle mit Himbeeren und Mascarponecreme

Zutaten für 8-10 Gläschen

  • 150 g Himbeeren, gefroren
  • 5 EL Vanillezucker
  • 100 g Sahne, flüssig
  • 250 g Mascarpone
  • 4 EL Kaffee oder Espresso, flüssig
  • 80 g Amarettini
  • 80 g Baiser

Zubereitung

  1. Himbeeren auftauen und mit 2 Esslöffel Vanillezucker vermengen.
  2. Sahne schlagen. Mascarpone mit dem restlichen Vanillezucker verrühren, Kaffee/Espresso zugeben und ebenfalls gut unterrühren.
  3. Anschließend die geschlagene Sahne unterheben.
  4. Amarettinis grob zerbröseln. 8 – 10 zurücklegen und für die Deko bereithalten.
    Baiser ebenfalls grob zerbröseln.
  5. Glas nun schichtweise nach Belieben befüllen, wie zum Beispiel: zuerst die Himbeeren, dann  etwas  Mascarponecreme, anschließend die Amarettinis, etwas von dem Baiser, evtl.
    nochmals Himbeeren, dann nochmals die Mascarponecreme, etwas Baiser und anschließend oben einen Amarettini.

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Der besagte Abend in Pias Restaurant

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Es ist überstanden. Der Abend ist vollbracht. Auch wenn nicht so viele Gäste kamen, wie erhofft, so war es dennoch ein schöner Abend. Pia hatte ja Miriam („Schrafstetters Genusswerkstatt“ / Breitbrunn am Ammersee), ihre Mentorin, an ihrer Seite und bekam von ihr jede Menge Hilfe und Unterstützung. Ich war eher unlocker… Könnte daran gelegen haben, dass meine Tochter an besagtem Tag erst einmal entspannt ausschlief. Anschließend setzte sie sich an ihr Handy und kommunizierte mit ihren Freunden, während mein Puls auf Hochtouren lief. Auf Fragen, ob sie denn schon dies oder das organisiert hätte, antwortete sie nur mit einem lapidaren „Chill mal, Mama, ich habe alles im Griff!“.

Kurz bevor wir in die Schule fahren wollten, erkundigte ich mich nach Wechselgeld. Schließlich sollten ja die Getränke vor Ort verkauft werden. Nein, an Wechselgeld hatte Madam nicht gedacht. Wir fuhren zum Schreibwarenladen, zur Eisdiele und zur Tankstelle – keiner hatte Kleingeld für uns. Eine kleine Boutique hatte letztendlich Erbarmen mit Pia und ihrer Freundin.

Als wir zur Schule kamen, stellten wir fest, dass alles verriegelt war. Meine dezente Frage diesbezüglich ein paar Stunden zuvor wurde mit einem „Klar ist die Schule offen!“ abgewürgt. Da standen wir nun. Pias Freundin Emi ging einmal um das ganze Gebäude, während wir stupide auf die Hausmeister-Klingel drückten. Und dann öffnete Emi von innen die Tür – die Putzkolonne im Haus hatte ihr aufgemacht. Gottseidank!

Als wir drinnen waren, bemerkten wir, dass die Küche ebenfalls abgesperrt war, aber auch dort war uns die Putztruppe behilflich.

Miriam und meine Mutter kamen ebenfalls, um zu helfen. Und zwei weitere Freundinnen von Pia stießen dazu, um zu bedienen.
Das Essen war ja schon tagsüber von Pia und ihrer Mentorin vorbereitet worden.
Wir bauten die Tische auf, diskutierten über die Tischdecken, deckten die Tische und bauten die Musik auf. Ich hatte zu jedem Gang die passende Musik ausgewählt. Dann stellte ich fest, dass es in der Schule kein WLan gab, um die Musik von Amazon Prime abzuspielen. Meine Tochter hatte ihr Handy dabei – allerdings war nur noch eine Akku-Kapazität von 34% darauf. Ich also wieder heim, um das Ladekabel zu holen. Dann fuhr ich noch zum Supermarkt um die Zitronen für den Aperitif zu kaufen, die wir vergessen hatten. Und später, als wir die Kerzen anzünden wollten, stellten wir fest, dass keiner ein Feuerzeug dabei hatte. Ich bin wieder los, um das Feuerzeug zu organisieren. Ja, und dann kamen die Gäste.

Die Abfolge des Menüs verlief problemlos, alles klappte. Und das Essen schmeckte toll!

Hier nun das Menü:

Menü
Kulinarische Reise quer durch Europa

Aperitif „Virgin Hugo“ (Alkoholfrei)

Sonnige Grüße aus Griechenland
Griechische Dips mit Pitabrot

Olé! – Spanische Grüße
Feine traditionelle Tortilla mit buntem Gemüse

çok selamlar – Viele Grüße aus der Türkei
Kisir – Türkischer Bulgursalat mit Minze

Russland lässt grüßen
Russischer Bortsch wie von Mama

Tanti saluti da Italia
Italienische Spinatlasagne mit frischen Kräutern

Süße Grüße aus Schweden, Portugal und England
Schwedische Kanelbullar
und
Portugiesische Orangenrolle
und
Englisches Trifle mit Himbeeren und Mascarpone

 

Restaurant für einen Abend

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Ich habe ja schon öfters erzählt, dass meine Tochter dem Kochen ebenso zugetan ist, wie ich. Das führt hin und wieder zu Diskussionen, weil wir uns nicht einig sind, wer den Kochlöffel schwingen darf. Sie oder ich? Und unsere Küche ist leider zu klein für zwei.

Da sie in die Montessorischule geht, ereilt sie das, was jedes Montessorikind im Laufe seiner Schullaufbahn ereilt: die große Projektarbeit in der achten Klasse!
Und mein Töchterchen ist in der achten Klasse. Im Rahmen dieser Projektarbeit müssen die Kinder selbständig ein Projektthema ausarbeiten und anschließend praktisch ausführen. So gibt es Kinder, die Bücher schreiben. Oder Kinder, die große  Events veranstalten wie beispielsweise ein Benefizkonzert. Dann hat ein Mädchen zum Beispiel Kleider genäht und eine Modenschau veranstaltet. Ein Junge hat einen Computer komplett selbst gebaut. Und ein Mädchen hat ein Motorrad umgebaut. Egal, was die Kinder machen – es muss großartig sein, etwas ganz Besonderes und wirklich selbst gemacht. Sie dürfen sich allerdings einen Mentor oder eine Mentorin suchen, der/die sie unterstützen. Aber nicht aus dem eigenen Familienkreis.

Pia hat nun beschlossen, ein Restaurant für einen Abend zu veranstalten. Dieses Restaurant findet in der Aula der Schule statt. Es bietet sich an, denn dort gibt es auch eine große Schulküche, die sie verwenden kann. Eine Mentorin hat sich auch schon gefunden – Miriam, eine Frau, die ein gut florierendes Cateringunternehmen hat. Ich bin nur Zaungast, denn ich zähle ja, wie gesagt, zur Familie. Dass mir diese Rolle sehr schwer fällt, brauche ich nicht zu erwähnen…

An jenem Abend, der am 17. März stattfinden wird, wird es für 30 Personen ein 7-gängiges vegetarisches Menü geben. Kostenpunkt: 35 € pro Kopf.
Das Geld, das übrig bleibt, wird den „Ärzten ohne Grenzen“ gespendet.
Und das Thema des Abends: „Kulinarische Reise quer durch Europa“.

Pia hat ein Plakat entworfen und lässt dies nun verfielfältigen. Und hinterher hängt sie sie auf. Außerdem hat sie diesen Event in den Elternnachrichten publiziert.

Es sind zwar noch ein paar Tage bis zu besagtem Abend hin, aber – und das lässt mich etwas unruhig werden –  sie hat bisher nur ein Rezept getestet: die Crème Brulée! Ich habe dieses Dessert im Anschluss probieren dürfen und fand, dass es einen sehr eigenartigen Nachgeschmack hatte.
„Ja, weißt Du, Mama, ich hatte keinen Bunsenbrenner, um den Zucker zu karamellisieren“, erklärte sie fachmännisch.
Bunsenbrenner???
„Und da habe ich zuerst die Zündhölzer und dann die Kerze genommen.“
Die KERZE??? Zündhözer???
Das erklärt den leicht angekokelten Wachsgeschmack im Abgang….

Nun gut, wer sie kennt, weiß, dass sie kochen kann. Und wer sie kennt, weiß auch, dass sie immer Neues ausprobiert und einiges davon im Müll landet.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich teste nun auch ein paar Rezepte. Unter anderem habe ich die türkischen Auberginenröllchen mit einer würzigen Reis-Käsefüllung gemacht. Den Kindern hat es geschmeckt, den Freunden der Kinder hat es geschmeckt und mir hat es auch geschmeckt. Wäre eigentlich ein toller Hauptgang für das „Restaurant für einen Abend“, hat aber den Haken, dass es recht zeitaufwändig ist, wenn noch sechs weitere Gänge geplant sind. Darum probieren wir einfach weiter…

Türkische Auberginenröllchen mit einer würzigen Reis-Käsefüllung

Türkische Auberginenröllchen

Zutaten

Auberginen

  • 4 mittelgroße Auberginen
  • 6 EL Olivenöl

Für die Füllung

  • 80 g Reis (Langkornreis)
  • 2-3 g Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 Paprikaschoten
  • 1 Peperoni
  • 4 Tomaten, frische (alternativ aus der Dose)
  • 75 g Käse (griechischer), ersatzweise Pecorino oder Parmesan
  • ½ TL Harissa (Gewürzmischung)
  • 10 EL Olivenöl
  • 1 Bund Petersilie, glatte, fein gehackte
  • etwas Salz und Pfeffer, frisch gemahlen

Für die Joghurtsauce

  • 150 g Joghurt, griechischer oder türkischer
  • 2 EL Crème fraîche
  • 2 Zehen Knoblauch
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer aus der Mühle
  • Butter für die Form
  • 50 g Butter, in Flöckchen gehobelt
  • 1 EL Petersilie, fein gehackte, zum Bestreuen
  • ½ Tasse Wasser, gesalzenes

Zubereitung

  1. Ofen auf 180°C vorheizen. Auberginen waschen und Stielansatz entfernen. Der Länge nach in dünne, ca. 1-cm-dicke Scheiben schneiden. Anschließend in Salzwasser legen, damit sie nicht braun werden.
  2. Für die Füllung den Reis nach Anleitung kochen. Danach das restliche Wasser abgießen und den Reis beiseite stellen.
  3. In der Zwischenzeit die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Paprikaschote halbieren, Samen und Scheidewände entfernen und in sehr kleine Würfel schneiden. Peperoni sehr fein hacken. Bei den Tomaten den Stielansatz entfernen und ebenfalls sehr klein würfeln.
  4. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Die Paprikastücke und die Peperoni zugeben und 5 min mit anschwitzen. Die Hälfte der Tomaten sowie die gehackte Petersilie und das Harissa zufügen und gut vermengen. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
  5. Käse reiben und unter den Reis mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend die Tomatenmischung unterheben.
  6. Die Auberginenscheiben aus dem Salzwasser nehmen und mit einem Küchentuch trocken tupfen. In einer beschichteten Pfanne 3 EL Olivenöl erhitzen und die Auberginenscheiben darin von beiden Seiten anbraten.
  7. Herausnehmen und auf das schmale Ende jeder Scheibe nun 1 EL von der Füllung geben. Vorsichtig aufrollen und nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform setzen. Die restlichen Tomaten über die Auberginen verteilen mit Butterflöckchen belegen. ½ Tasse Salzwasser angießen. Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und in den vorgeheizten Ofen geben. Bei 180°C im vorgeheizten Ofen ca. 20 bis 25 Min. garen.
  8. Inzwischen für die Sauce den Knoblauch schälen und zum Joghurt pressen. Mit Crème fraiche glatt rühren, salzen und pfeffern.
  9. Die Form aus dem Ofen nehmen und die fertigen Auberginenröllchen mit Petersilie bestreuen und servieren. Dazu die Joghurtsauce reichen.

 Guten Appetit!

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Der Motorradführerschein

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Ich weiß  nicht, warum, aber ich habe aus irgendeinem unerfindlichen Grund beschlossen, mir in diesem Leben noch ein paar Wünsche zu erfüllen. Wann es damit anfing? Ich fuhr letzten Sommer öfters mit einem Freund auf dem Motorrad mit. Und dann kam mir immer häufiger der Gedanke, dass es mir auch gefallen könnte,  mal selbst zu fahren. Allerdings habe ich keinen Motorradführerschein. Als ich besagtem Freund erklärte, dass ich, wenn innerhalb meiner Familie nicht alle so dagegen wären, gerne den Motorradführerschein machen würde. Er fragte mich daraufhin, ob das wirklich mein Ernst sei? Ich bestätigte das mit einem überzeugten „ja!“. Und da meinte er: „Dann mach‘ es!“

„Ich bin kein Kind mehr“, ermutigte ich mich. „Ich kann selbst entscheiden, was ich möchte und was nicht“.
So ging ich nach Hause. Dort schnappte ich mir gleich unseren Hausmeister, der auf Facebook immer Beiträge einer Fahrschule in Herrsching teilte, und fragte ihn, ob er diese Fahrschule tatsächlich empfehlen könne. „Klar!“, meinte er. „Jetzt fangen übrigens, soweit ich weiß, die Ferienkurse an. Das geht dann schneller.“

Ich rief sofort bei „Mannis Fahrschule“ an und wurde noch am selben Abend zum Vorgespräch dorthin gebeten. Dort erklärte ich meine Lage. Dass ich den Führerschein äußerst schnell machen müsse, da ich – falls meine Eltern davon erführen – mit Enterbung rechnen müsse. Ich unterschrieb sofort alles, was zu unterschreiben war und schlich heimwärts – mit schlechtem Gewissen.

Und dann ging es los: ich hatte abends mehrmals in der Woche Theorie-Doppelstunden. Und auch Samstagmorgen.

Meine Kinder wurden misstrauisch, aber ich wusste, wenn ich Ihnen davon erzählen würde, dann würden auch Opa und Oma in Kürze darüber informiert werden. Speziell meine Tochter konnte Geheimnisse nur ganz schlecht bei sich behalten. Und da sie des Öfteren bei ihren Großeltern Mittag aßen, war mir klar, dass kein Wort über meine Lippen kommen durfte.

„Wo bist du immer?“, maulte meine Tochter. Meinem Sohn war das gleichgültig – er genoss die Playstation in vollen Zügen, da ich nicht da war, um dies zu kontrollieren.
„Ich mach‘ eine Weiterbildung.“ Mir wird schlecht, wenn ich lüge. Und das war eine Lüge – wenn auch nur eine kleine. Denn eigentlich war es ja sowas wie eine Weiterbildung, wenn  man es großzügig betrachtete…
„Was für eine Weiterbildung?“ Sie ließ nicht locker.
„Das verstehst du nicht!“ Mann, finde ich das immer beschissen, wenn Erwachsene das zu Kindern sagen.
„Erklär’s  mir!“, hakte meine neugierige Tochter nach. Von wem sie diese Neugier hat? Keine Ahnung! Von mir jedenfalls nicht.
„Das ist jetzt schwierig. Ich erklär’s dir in ein paar Wochen!“ Nämlich dann, wenn ich den Lappen habe…
„Los, sag schon!“ Jetzt wurde sie penetrant.
„Für die Arbeit“, meinte ich betont gelangweilt, in der Hoffnung, dass sie sich mit dieser öden Aussage begnügte. Aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
„Ich will jetzt wissen, wo du immer bist? Du kommst immer so spät heim!“ Oh Gott, eigentlich hätte ich wissen müssen, dass sie sich nicht mit lapidaren Antworten abspeisen lässt. Ich hätte das Ganze einfach besser vorbereiten und mir plausiblere Begründungen zurecht legen sollen…
„Das ist so ein Workshop für die Arbeit. Da muss ich mich ein bisschen weiterbilden – du verstehst schon….“ Ich zwinkerte ihr zu. Und sie ging ins Bett. Puuuh! Glück gehabt.

Zwei Tage später und nach weiteren vier Theoriestunden rief mich mein Vater an.
„Sag mal, wo bist du eigentlich immer? Deine Tochter meint auch, dass du nie daheim wärest.“
Ohje. Der Nächste.
Diesmal wollte ich nicht unehrlich sein.
„Das erzähle ich dir nicht!“
„Wieso nicht?“
„Weil ich es nicht erzählen möchte!“
Mein Vater war beleidigt und ich hatte Zeit gewonnen. Dachte ich zumindest.
Denn gleich am nächsten Tag wurde ich zu meinen Eltern beordert. Und wieder wurde ich in die Zange genommen – und dann gestand ich.
Meine Eltern waren kurzfristig erleichtert, da sie mich schon in den Fängen einer Sekte wähnten. Aber dann betonten sie, dass sie sich nicht einmischen wollen würden und dass das ja allein meine Sache sei, aber dass Motorradfahren doch sehr gefährlich sei, und wenn man sich die Statistiken der Verkehrsunfälle ansehen würde… Und der Verkehr hat zugenommen… Und wie die Autofahrer alle rasen… Und der Motorradfahrer zieht immer den Kürzeren… und… und… und…

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe den Motorradführerschein in kürzester Zeit gemacht.

„Ich verstehe gar nicht, warum du den Motorradführerschein machst, wenn du dir gar kein Motorrad kaufst“, meinte mein Vater neulich.

Wenn der wüsste….

Nach bestandener Prüfung

Nach bestandener Prüfung

So, und nun frage ich mich, wie ich die Kurve vom Motorradführerschein zu den orientalischen Auberginen kriege. Als Journalistin sollte mir der Themenwechsel eigentlich „flüssig von der Feder gehen“. Das tut er aber leider nicht. Liegt vielleicht daran, dass es schon so spät ist und ich so müde bin. Drum mache ich das jetzt ohne „Kurve“:

Da ich derzeit der orientalischen Küche sehr zugetan bin, habe ich diesmal ein Rezept aus dieser Region für Euch. Auberginen werden ja im Land der aufgehenden Sonne zu Recht „Fleisch des armen Mannes“ genannt. Ein Grund mehr, dieses Gemüse einmal auf orientalische Art zuzubereiten. Hier also das Rezept:

Gefüllte Auberginen mit Joghurtdip

Orientalisches Rezept: Gefüllt Aubergine mit Joghurt-Dip

Zutaten für 4-8 Personen (je nachdem und ob Vorspeise oder Hauptgang)

Auberginen

  • 4 mittelgroße Auberginen
  • 2 El Zitronensaft
  • etwas Salz
  • 10 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Petersilie
  • 5 reife Tomaten
  • 150 g Reis, gekocht
  • ½ TL Paprikapulver, edelsüß
  • etwas Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Cayennepfeffer
  • 1 Msp. Kreuzkümmelpulver
  • 1 TL Zucker
  • Etwas Olivenöl für die Form

Für den Joghurt-Dip

  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Minze
  • 300 g Naturjoghurt
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

  1. Backofen auf 180°C vorheizen. Auberginen putzen, waschen und der Länge nach halbieren. Sofort mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz bestreuen. Das Ganze ca. 10-15 min durchziehen lassen.
  2. In einer Pfanne 5 EL Öl erhitzen und die Auberginen ca. 5 min anbraten. Mit einem Löffel das Fleisch herauskratzen, dabei aber einen ca. 1 cm breiten Rand stehen lassen. Das Auberginenfleisch grob hacken.
  3. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und fein hacken. Die Tomaten kreuzweise einritzen, mit heißem Wasser übergießen, häuten, vierteln, entkernen und klein würfeln.
  4. 5 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin glasig dünsten. Das gehackte Auberginenfleisch, Reis, Petersilie, Tomaten und Gewürze zugeben und bei schwacher Hitze ca. 4 min garen. Bei Bedarf nachsalzen.
  5. Auberginenhälften in eine geölte Auflaufform geben und die Reis-Gemüse-Mischung in die Auberginen füllen. Auberginen im Backofen auf der mittleren Schiene ca. 30  min backen.
  6. Für den Joghurt-Dip den Knoblauch schälen und fein würfeln. Minze waschen und trocken schütteln, Blätter abzupfen und fein hacken. Joghurt mit dem Knoblauch und der Minze vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auberginen mit dem Joghurt-Dip servieren.

Guten Appetit!

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Schuhbecks teatro – „Moulin Rouge“ lässt grüßen

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Letztes Wochenende wurde ich eingeladen. Und zwar ins teatro – in „Schuhbecks teatro“, um genau zu sein. Für mich war es das erste Mal. Ich warf mich also in ein Abendkleid und dann fuhren wir – ein Freund und ich – nach München. Ich hatte keine großen Erwartungen. Gehört hatte ich schon des öfteren von diesem kulinarischen „Tempel“, aber dennoch erwartete ich nichts Spektakuläres. Ich weiß auch nicht, warum… Auf jeden Fall wurde ich vollkommen überrascht. Dort angekommen gab es vorab einen kleinen Aperitif ehe wir zu unserem Tisch geführt wurden. Wir saßen in der ersten Reihe – einen besseren Platz konnte man sich für dieses Event gar nicht wünschen. Die Tische waren wunderschön gedeckt, überall brannten Kerzen und an der Decke strahlten die Kronleuchter. Alles sah warm, herzlich und einladend aus.

Sweet Dreams”: Wenn süße Träume wahr werden… – so lautete der Titel der Dinnershow. „Sweet Dreams“ – so auch das Motto unsere Speisekarte:

Vitello Forello
Kalbslendenröllchen gefüllt mit Forellenmousse
auf Thunfischsauce und Gemüsesalat

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Getrüffelte Maronensuppe
mit Vanillepolenta, Waldpilzravioli und knusprigem Pancetta-Chip

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Rosa gebratener Hirschrücken
mit Portweinkirschen, Serviettenknödel
und glasiertem Kürbisgemüse

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Sweet Dreams
Bayrisch Creme mit Schokoladen-Panna Cotta
im Himbeermantel an Waldbeeren und Mango-Chili-Eis
auf Joghurt-Hafer-Streusel

Zwischen den einzelnen Gängen gab es Showeinlagen wie  Schauspiel- und Gesangsdarbietungen, Akrobatikauftritte und Comedyeinlagen. Alles in einem „traumhaften“ Rahmen. Die Kostüme waren opulent, die Varieté-Vorstellung gelungen und das Essen wunderbar. Die ganze Stimmung, das ganze Ambiente erinnerten mich an den Film „Moulin Rouge“ (mit Nicole Kidman). Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt.

Mein Fazit: Ein rundum gelungener Abend!

Wer also ebenfalls einen außergewöhnlichen Abend in einem zauberhaften Ambiente mit kulinarischen Höhepunkten und einer erstklassigen Show erleben möchte, der ist in „Schuhbecks teatro“ bestens aufgehoben!

Hier geht es direkt auf die Homepage vom „teatro“.

Und hier nun ein paar Eindrücke – die Fotos sind leider qualitativ nicht besonders gut, da ich mit dem Handy fotografiert habe und das Licht das Ganze etwas erschwert hat.

 

Ein Kind namens Westend oder wie mache ich den allerbesten Grießbrei

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In jedem Jahr wird die Liste der beliebtesten Vornamen herausgebracht. Nun haben wir Ende Dezember – die Liste 2016 steht also . Aber es gibt natürlich nicht nur die beliebtesten Namen, nein, es gibt sogar eine Liste der verrücktesten Vornamen. In diesem Jahr lauteten die von den bayerischen Standesämtern abgelehnten Vornamen beispielsweise Husqvarna, Holunda oder Ulme. Aber auch Uwelia, Pims, Univers und Westend wurden nicht zugelassen. Ich weiß gar nicht, warum? Es ist doch schön, wie ein Baum oder ein Münchner Stadtbezirk zu heißen… Und man kann sich sicher sein, dass in einer Klasse nicht acht Jungs aufstehen, wenn der Lehrer „Westend“ ruft.

Vielleicht aber waren jene Standesbeamte, die sich weigerten, ihr O.K. zu geben, nur neidisch, dass sich die Eltern so originelle Namen haben einfallen lassen, während der eigene Nachwuchs mit gewöhnlichen 08/15-Namen durch die Welt laufen muss.

Eines jedoch ist klar: ein außergewöhnlicher Vorname ist der elterliche Versuch, dem Kind eine außergewöhnliche Persönlichkeit und eine absolute Individualität zu vermitteln. Diesen Eltern reichen keine lustigen Hasenöhrchenmützchen oder knallbunte Pelzjäckchen, um den Nachwuchs aus der Menge gewöhnlicher Kinder hervorzuheben. Nein, sie ziehen es vor, den Zögling mit einem auffallenden Namen auf immer und ewig zu „brandmarken“. Schon früh wird das Kind lernen sich durchzusetzen und den eigenen Namen zu buchstabieren, um die verständnislose Umwelt über seine Benennung aufzuklären. Wer das schon von klein auf durchzieht, kann im Erwachsenenalter nur eine starke und durchsetzungsfreudige Persönlichkeit werden. Oder seht ihr das anders?

Bayerische Vornamen 2016

So, und nun muss ich die Kurve kriegen – von den Vornamen 2016 weg zum Grießbrei hin: was Kinder – egal mit welchem Namen bestückt – lieben, ist der Grießbrei. Auch meine Beiden sind absolute Grießbrei-Fans. Und lange habe ich getestet, bis ich auf die richtige Zusammensetzung gekommen bin. Hier ist er nun – der allerbeste Grießbrei:

Grießbrei

Zutaten für 4 Personen

  • 800 ml Milch
  • 80 g Weichweizengrieß
  • 2 EL Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 25 g Butter

Dazu

  • 4 TL Zimtzucker oder Früchte

Zubereitung

1.
Milch mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Den Grieß unter Rühren mit einem Schneebesen einrieseln lassen und nochmals aufkochen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und den Grieß zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen. Immer wieder rühren.

2.
In der Zwischenzeit das Eigelb vom Eiweiß trennen. Das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Das Eigelb in den Grießbrei rühren. Die Butter ebenfalls in den Grießbrei geben und so lange rühren, bis die Butter geschmolzen ist. Zum Schluss den Eischnee vorsichtig unter den fertigen Grießbrei heben.

Anschließend die einzelnen Portionen mit Zimtzucker bestreuen und/oder mit Früchten reichen.

Guten Appetit!

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Die Geburtstagsfeier

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Dezember – ein anstrengender Monat. Nicht nur, weil Weihnachten mit all seinen vorweihnachtlichen Aktivitäten vor der Tür steht, sondern weil ich auch Geburtstag habe. Zu diesem Anlass veranstalte ich alljährlich ein Fest. Und wenn ich feiere, dann versuche ich auch größtenteils das Essen bzw. das Buffet selbst zu gestalten. Als Ziel setze ich mir meist, etwas zu kredenzen, was die Leute so noch nicht gegessen haben. Thunfischfrikadellen zum Beispiel. Oder italienische marinierte Karotten. Oder einen Walnuss-Feigen-Gorgonzola-Dip. Oder einen orientalischen Kichererbsensalat mit Koriander… Die Liste könnte ich noch ewig so weiter führen.

Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, warum man diese Rezepte hier nicht findet. Tja, die Frage ist berechtigt. Der Plan sah anders aus als die Umsetzung. So hatte ich mir beispielsweise im letzten Jahr die Kamera schon bereit gelegt, um die wunderbaren Häppchen bildlich für „Table Talks“ festzuhalten. Aber wie das so ist – es kommt immer anders als man denkt. So merkte ich, dass ich nach zwei Tagen und zwei halben Nächten in der Küche dennoch in Zeitverzug geraten war. Das lag teilweise auch daran, dass ich immer wieder neue kulinarische Ideen hatte, die ich meinen Gästen präsentieren wollte.

„Ich könnte ja noch einen Linsen-Granatapfel-Salat zaubern“, überlegte ich, während ich schon den Granatapfel in den Händen hielt. Und ehe ich mich versah, war ich schon dabei diesen aufzuschneiden und auszuklopfen.

„Mit den Reisnudeln könnte ich doch noch auf die Schnelle einen süß-sauren Reisnudelsalat machen“, schlug mir meine innere Stimme vor. Ihr kennt sie ja schon, meine innere Stimme. Sie ist sehr dominant und hat eine enorme Durchsetzungskraft. Außerdem duldet sie keinen Widerspruch.

„Ok“, antwortete ich willenlos. „Dann machen wir das auch noch…“

Und als eine Freundin anrief und fragte, ob es denn ihre heißgeliebte portugiesische Orangenrolle gibt, fiel mein Blick auf den Obstkorb, aus dem mir zwei frische Orangen entgegen „lächelten“. Und ich nickte – auch wenn sie das nicht sehen konnte.

So wurden dann aus 14 verschiedenen Gerichten plötzlich 20.

Ja, und nachdem ich alles aufgestellt und dekoriert hatte, sah ich auf die Uhr und stellte fest, dass die ersten Gäste bereits eine Stunde später angesagt waren. Ich blickte an mir herunter und sah das teigverklebte Shirt und die bemehlte Schlabberhose. Der Blick in den Spiegel machte die Sache nicht besser. Details erspare ich Euch aus Zeitgründen.

Ich sprang unter die Dusche und eine Stunde später läutete es schon. Und dann läutete es wieder… und wieder… und wieder.

Lange Rede, kurzer Sinn: morgens um 5.00 Uhr, als die letzten Gäste gegangen waren, erblickte ich die Kamera, die einsam auf einem Stuhl in der Ecke lag, und mir fiel ein, dass ich weder die kulinarischen Highlights noch meine Gäste fotografiert hatte.

In diesem Jahr schaffte ich es – wenn auch nur knapp – ein paar Fotos zu machen. Die bildliche Qualität lässt zwar zu wünschen übrig, aber wir wollen nicht kleinlich sein…

Hier nun der orientalische Kichererbsensalat mit Koriander:

kichererbsensalat

Zutaten für zwei Portionen

  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 Handvoll frische Petersilie
  • 1 Handvoll frische Korianderblätter
  • 1 Bund frische Pfeffermine
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2 Tomaten
  • 3 – 4 Champignons
  • 1 rote oder gelbe Paprikaschote
  • ½ Salatgurke
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 kleine Chilischote (alternativ: Chiliflocken)
  • 4 EL Essig
  • 1 EL Limettensaft
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Prise Paprikapulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Zubereitung

1.
Kichererbsen abgießen und in eine Schüssel geben. Petersilie, Koriander und Minze waschen, grob hacken und zu den Kichererbsen geben. Tomaten, Paprika, Gurke, Lauchzwiebel, Zwiebel und Champignons in Stücke schneiden und ebenfalls zugeben. Knoblauch und Chili fein hacken und unterheben.

2.
Den Salat mit Essig, Limettensaft, Salz, Pfeffer und Paprikapulver miteinander verrühren und das Öl zugeben und nochmals durchrühren. Die Salatsoße in den Salat geben und vermengen.

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Guten Appetit!

Das Einschreiben – Teil 2

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Bevor ich mich nun wieder der Küche, neuen Rezepten und weiteren Blogbeiträgen widme, wollte ich noch kurz berichten, wie das mit dem Einschreiben weiterging.

Nun gut, meine Nacht war eher schlecht als recht. Ich fuhr am nächsten Morgen in die Arbeit und versuchte meine Ungeduld etwas zu zügeln. Ausnahmsweise ging ich an jenem Tag auch pünktlich heim, fuhr zur Post, atmete tief durch, suchte in der Handtasche nach dem Abholschein und ging rein.
Ich kam gleich dran, gab den Schein ab und wartete ungeduldig auf das, was ich bekommen sollte. Der freundliche Mann überreichte mir ein Päckchen. Ein Päckchen? An der Absenderadresse konnte ich erkennen, dass es aus dem Ausland kam. Wer schickte mir etwas aus dem Ausland?  Ich konnte kaum erwarten, es zu öffnen. Im Auto riss ich gleich die Verpackung auf und es war…. ein Pullover. Ja! Ich hatte mir diesen vor Wochen bestellt nicht wissend, dass er nicht aus Deutschland kam. Und nachdem die Tage und die Wochen verstrichen waren, hatte ich ganz vergessen, dass ich ihn bestellt hatte. Bis heute weiß ich nicht, warum man mir diesen Pulli per Einschreiben geschickt hat… Aber das ist jetzt auch nicht mehr wichtig, oder?

Das Einschreiben

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Heute lag ein Zettel im Briefkasten. Von DHL. Darauf stand, dass man mich nicht angetroffen hätte und deshalb müsse ich das an mich adressierte Einschreiben, morgen bei der Post abholen.
Ein Einschreiben???!!!
Einschreiben bedeuten nichts Gutes, sagt man.
Wer also schickt mir ein Einschreiben???

Ich rufe meine Eltern an. Mir fällt auf die Schnelle niemand anderer ein, den ich anrufen könnte. Eltern geben einem doch immer so gute Ratschläge. Außerdem sind sie viel älter und haben somit viel mehr Lebenserfahrung als ihre Kinder.
„Wer könnte mir wohl dieses Einschreiben geschickt haben?“, frage ich meine Mutter hilfesuchend.
„Du bist bestimmt wieder so gerast. Darum bekommst du Post von der Polizei“, meint sie knallhart. An meinem Fahrstil hatte sie schon immer etwas auszusetzen. Aber ich muss zugeben, auch ich hatte kurzzeitig diesen Gedanken.
Mit ihrem ‚Optimismus‘ gießt meine Mutter noch Öl bei mir ins Feuer.
Ein Brief von der Polizei? Bin ich wirklich wieder zu schnell gefahren? Dann bin ich den Führerschein erstmal los. Und was dann? So ohne Führerschein? Wo könnten sie mich überhaupt geblitzt haben? Ich hab‘ doch aufgepasst. Oder hab ich einen Blitzer übersehen?
Ich beende das Gespräch, bevor sie noch ausschweifender wird.

Wie soll ich die Nacht bis morgen überstehen?
Den Brief kann ich erst morgen Abend abholen. Bis dahin muss ich Ruhe bewahren. Gut, ich versuche an etwas anderes zu denken. Ich setze ich mich an den Computer um ein paar Überweisungen zu machen.
Dann die Idee! Vielleicht finde ich mit der Sendungsnummer heraus, wer mir das Einschreiben geschickt hat?
Mann, bin ich clever…
Ich gebe in die Google-Suche „Einschreiben Sendungsnummer Absender herausfinden“ ein.
Und finde… nichts.
Ich gebe „Einschreiben was kann das sein?“ ein.
Nun stoße ich auf diverse Foren, in die verzweifelte Menschen – wie ich – auf der Suche nach Antworten sind. Antworten, um welche Art Einschreiben es sich handeln könnte, das durch einen Zettel im Briefkasten angedroht wird und irgendwo in einer Post darauf wartet, von ihren verängstigten Adressaten abgeholt zu werden.
Kluge Forenbesucher wissen, was es sein könnte. Sie erklären, dass man nur im Falle einer Kündigung ein Einschreiben bekommt. Oder wenn man als Zeuge vor Gericht geladen wird…
Mir droht eine schlaflose Nacht!
Aber manch einen hat es noch schlimmer getroffen als mich. Sie müssen über mehrere Tage, weil Wochenende ist und/oder weil Feiertage sind, warten.
Wie bitter!
Weil es aber zu anstrengend ist, mir alles durchzulesen, scrolle ich einfach bis ans Ende, wo jene panische Kreatur ein, zwei oder drei Tage später all den neugierigen auf Antwort wartenden Forenfreunden berichtet, was in dem Einschreiben stand.
Es war die Oma, die ihrem Enkel 100 Euro hat zukommen lassen! Es war die KFZ-Zulassungsstelle, die den Fahrzeugschein geschickt hat! Es war die Bank, die die neue Kreditkarte geschickt hat! Aber nie war es eine Zeugeneinladung. Und nie ist einem gekündigt worden. Ja, und nie wurde einem der Führerschein entzogen.
Das lässt hoffen…

Das Einschreiben

Darum kann ich mich nun wieder anderen Dinge zuwenden. Wie zum Beispiel einem tollen Rezept: einer wunderbaren Abwandlung eines Klassikers – der Lasagne. Ich spreche von der Teller-Lasagne mit Babyspinat.

Hier das Rezept:

Zutaten
für 4 Personen

  • 4 Lasagneplatten
  • 3 EL Olivenöl
  • 250 g Babyspinat
  • 3 Schalotten
  • 250 g Kirschtomaten
  • 250 g Ricotta
  • 1 Eigelb
  • 40 g Parmesan
  • Etwas Muskatnuss, frisch gerieben
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Lasagneplatten in kochendem Salzwasser ca 5 Minuten bissfest garen. Anschließend mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser heben und nebeneinander auf einen leicht geölten Teller legen. Auch die Oberfläche mit etwas Öl bestreichen.
  2. Babyspinat waschen und die Schalotten klein hacken. Das restliche Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig dünsten. Tomaten zugeben und kurz anbraten. Den tropfnassen Spinat in einen Topf geben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken.
  3. Ricotta abtropfen lassen und mit Eigelb und 30 g Parmesan glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer und dem Muskat abschmecken.
  4. Lasagneplatten auf vier ofenfeste Teller geben. Je 1 Esslöffel Ricotta auf eine Hälfte der Platte geben und mit Spinat und Tomaten belegen. Lasagneblätter umklappen und den restlichen Ricotta auf die Oberfläche streichen. Mit dem restlichen Parmesan bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 10 bis 15 Minuten auf der mittleren Schiene überbacken. Anschließend sofort servieren.

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Bom dia, meo amado Portugal!

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Hinter mir liegen wieder fast drei Wochen Urlaub. Die Frage, wo, kann man sich schenken. Wir waren wie in jedem Jahr in Portugal in Armação de Pera. Mit Freunden. Zwar nehme ich mir alljährlich vor, endlich wieder einmal ins ferne Ausland, wie zum Beispiel nach Asien oder Afrika zu reisen, aber letztendlich fliegen wie doch ins wunderschöne Portugal. Warum? Es ist mein zweites Zuhause! Es ist wie Heimkommen! Ich liebe die Algarve, das Meer, die Menschen, die Strände, die Buchten, die kleinen Märkte, das Hinterland und…und…und…

Portugal

Unsere Unterkunft war diesmal ein kleines Häuschen in der Altstadt ca. 100m vom Sandstrand entfernt. Ich stand morgens immer sehr früh auf, um kurz nach Sonnenaufgang durch den Ort zu spazieren, den Fisch- und den Gemüsemarkt zu besuchen oder mich einfach nur ans Meer zu setzen, den kreischenden Möwen, die sich um einen Fisch zankten, zu lauschen und bei einem Galão (ein Espresso mit geschäumter Milch) in meinem Buch zu schmökern. Anschließend ging ich zum Bäcker und kaufte dort warme Paos (Semmeln). Dann kehrte ich heim, um den Nachwuchs aus dem Koma zu rütteln und zu frühstücken. Ja, und hinterher, wenn alle anderen aus ihren Betten gekrochen waren, gingen wir zum Strand, besuchten Buchten oder unternahmen etwas, wie zum Beispiel eine Grottentour mit den Booten.

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Dann hat Michael, ein Freund von uns und seines Zeichens Fotograf, noch ein Shooting für Debochado, der neu gegründeten Badehosen-Firma meines Schwagers, gemacht. In aller Frühe am Strand – das war sowieso meine Zeit, darum habe ich zugesehen.

Böse Zungen behaupten, die Portugiesen seien eitel. Wie Cristiano Ronaldo. Arrogante Schnösel. Und Machos, so wie die Italiener.

Aber ich sage: “Alles Quatsch!“ Sie sind nett, zurückhaltend und echte Familienmenschen. Aber wir wollen an dieser Stelle nicht abdriften, sondern kehren zurück zum Thema. Nachdem wir wieder die Fatacil (Kunsthandwerks-, Tourismus-, Landwirtschafts-, Handels- und Industrie-Messe) besucht haben, ging es auch einmal wöchentlich zum Piri-Piri-Hühnchen-Essen! Das ist Tradition. Mittwochs fahren wir, wenn wir in Portugal sind, ins Landesinnere in ein Lokal, wo es dieses traditionelle Gericht gibt. Dazu werden Pommes, Kardamom-Reis, Salat, Getränke und anschließend ein Dessert aus der Desserttheke mit einem Pica (Espresso), Galão oder ähnlichem gereicht. Ja, und das ist nicht nur unglaublich gut, sondern kostet zudem unglaubliche 8,50 €. Das Lokal ist ein Geheimtipp, in das nur Portugiesen bzw. Einheimische gehen.

Nun habe ich genug geschwelgt – deshalb lasse ich nun einfach noch Fotos sprechen:

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