Schuhbecks teatro – „Moulin Rouge“ lässt grüßen

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Letztes Wochenende wurde ich eingeladen. Und zwar ins teatro – in „Schuhbecks teatro“, um genau zu sein. Für mich war es das erste Mal. Ich warf mich also in ein Abendkleid und dann fuhren wir – ein Freund und ich – nach München. Ich hatte keine großen Erwartungen. Gehört hatte ich schon des öfteren von diesem kulinarischen „Tempel“, aber dennoch erwartete ich nichts Spektakuläres. Ich weiß auch nicht, warum… Auf jeden Fall wurde ich vollkommen überrascht. Dort angekommen gab es vorab einen kleinen Aperitif ehe wir zu unserem Tisch geführt wurden. Wir saßen in der ersten Reihe – einen besseren Platz konnte man sich für dieses Event gar nicht wünschen. Die Tische waren wunderschön gedeckt, überall brannten Kerzen und an der Decke strahlten die Kronleuchter. Alles sah warm, herzlich und einladend aus.

Sweet Dreams”: Wenn süße Träume wahr werden… – so lautete der Titel der Dinnershow. „Sweet Dreams“ – so auch das Motto unsere Speisekarte:

Vitello Forello
Kalbslendenröllchen gefüllt mit Forellenmousse
auf Thunfischsauce und Gemüsesalat

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Getrüffelte Maronensuppe
mit Vanillepolenta, Waldpilzravioli und knusprigem Pancetta-Chip

****

Rosa gebratener Hirschrücken
mit Portweinkirschen, Serviettenknödel
und glasiertem Kürbisgemüse

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Sweet Dreams
Bayrisch Creme mit Schokoladen-Panna Cotta
im Himbeermantel an Waldbeeren und Mango-Chili-Eis
auf Joghurt-Hafer-Streusel

Zwischen den einzelnen Gängen gab es Showeinlagen wie  Schauspiel- und Gesangsdarbietungen, Akrobatikauftritte und Comedyeinlagen. Alles in einem „traumhaften“ Rahmen. Die Kostüme waren opulent, die Varieté-Vorstellung gelungen und das Essen wunderbar. Die ganze Stimmung, das ganze Ambiente erinnerten mich an den Film „Moulin Rouge“ (mit Nicole Kidman). Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt.

Mein Fazit: Ein rundum gelungener Abend!

Wer also ebenfalls einen außergewöhnlichen Abend in einem zauberhaften Ambiente mit kulinarischen Höhepunkten und einer erstklassigen Show erleben möchte, der ist in „Schuhbecks teatro“ bestens aufgehoben!

Hier geht es direkt auf die Homepage vom „teatro“.

Und hier nun ein paar Eindrücke – die Fotos sind leider qualitativ nicht besonders gut, da ich mit dem Handy fotografiert habe und das Licht das Ganze etwas erschwert hat.

 

Ein Kind namens Westend oder wie mache ich den allerbesten Grießbrei

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In jedem Jahr wird die Liste der beliebtesten Vornamen herausgebracht. Nun haben wir Ende Dezember – die Liste 2016 steht also . Aber es gibt natürlich nicht nur die beliebtesten Namen, nein, es gibt sogar eine Liste der verrücktesten Vornamen. In diesem Jahr lauteten die von den bayerischen Standesämtern abgelehnten Vornamen beispielsweise Husqvarna, Holunda oder Ulme. Aber auch Uwelia, Pims, Univers und Westend wurden nicht zugelassen. Ich weiß gar nicht, warum? Es ist doch schön, wie ein Baum oder ein Münchner Stadtbezirk zu heißen… Und man kann sich sicher sein, dass in einer Klasse nicht acht Jungs aufstehen, wenn der Lehrer „Maxi“ ruft.

Vielleicht aber waren jene Standesbeamte, die sich weigerten, ihr O.K. zu geben, nur neidisch, dass sich die Eltern so originelle Namen haben einfallen lassen, während der eigene Nachwuchs mit gewöhnlichen 08/15-Namen durch die Welt laufen muss.

Eines jedoch ist klar: ein außergewöhnlicher Vorname ist der elterliche Versuch, dem Kind eine außergewöhnliche Persönlichkeit und eine absolute Individualität zu vermitteln. Diesen Eltern reichen keine lustigen Hasenöhrchenmützchen oder knallbunte Pelzjäckchen, um den Nachwuchs aus der Menge gewöhnlicher Kinder hervorzuheben. Nein, sie ziehen es vor, den Zögling mit einem auffallenden Namen auf immer und ewig zu „brandmarken“. Schon früh wird das Kind lernen sich durchzusetzen und den eigenen Namen zu buchstabieren, um die verständnisvolle Umwelt über seine Benennung aufzuklären. Wer das schon von klein auf durchzieht, kann im Erwachsenenalter nur eine starke und durchsetzungsfreudige Persönlichkeit werden. Oder seht ihr das anders?

Bayerische Vornamen 2016

So, und nun muss ich die Kurve kriegen – von den Vornamen 2016 weg zum Grießbrei hin: was Kinder – egal mit welchem Namen bestückt – lieben, ist der Grießbrei. Auch meine Beiden sind absolute Grießbrei-Fans. Und lange habe ich getestet, bis ich auf die richtige Zusammensetzung gekommen bin. Hier ist er nun – der allerbeste Grießbrei:

Grießbrei

Zutaten für 4 Personen

  • 800 ml Milch
  • 80 g Weichweizengrieß
  • 2 EL Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 25 g Butter

Dazu

  • 4 TL Zimtzucker oder Früchte

Zubereitung

1.
Milch mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Den Grieß unter Rühren mit einem Schneebesen einrieseln lassen und nochmals aufkochen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und den Grieß zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen. Immer wieder rühren.

2.
In der Zwischenzeit das Eigelb vom Eiweiß trennen. Das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Das Eigelb in den Grießbrei rühren. Die Butter ebenfalls in den Grießbrei geben und so lange rühren, bis die Butter geschmolzen ist. Zum Schluss den Eischnee vorsichtig unter den fertigen Grießbrei heben.

Anschließend die einzelnen Portionen mit Zimtzucker bestreuen und/oder mit Früchten reichen.

Guten Appetit!

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Die Geburtstagsfeier

Dezember – ein anstrengender Monat. Nicht nur, weil Weihnachten mit all seinen vorweihnachtlichen Aktivitäten vor der Tür steht, sondern weil ich auch Geburtstag habe. Zu diesem Anlass veranstalte ich alljährlich ein Fest. Und wenn ich feiere, dann versuche ich auch größtenteils das Essen bzw. das Buffet selbst zu gestalten. Als Ziel setze ich mir meist, etwas zu kredenzen, was die Leute so noch nicht gegessen haben. Thunfischfrikadellen zum Beispiel. Oder italienische marinierte Karotten. Oder einen Walnuss-Feigen-Gorgonzola-Dip. Oder einen orientalischen Kichererbsensalat mit Koriander… Die Liste könnte ich noch ewig so weiter führen.

Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, warum man diese Rezepte hier nicht findet. Tja, die Frage ist berechtigt. Der Plan sah anders aus als die Umsetzung. So hatte ich mir beispielsweise im letzten Jahr die Kamera schon bereit gelegt, um die wunderbaren Häppchen bildlich für „Table Talks“ festzuhalten. Aber wie das so ist – es kommt immer anders als man denkt. So merkte ich, dass ich nach zwei Tagen und zwei halben Nächten in der Küche dennoch in Zeitverzug geraten war. Das lag teilweise auch daran, dass ich immer wieder neue kulinarische Ideen hatte, die ich meinen Gästen präsentieren wollte.

„Ich könnte ja noch einen Linsen-Granatapfel-Salat zaubern“, überlegte ich, während ich schon den Granatapfel in den Händen hielt. Und ehe ich mich versah, war ich schon dabei diesen aufzuschneiden und auszuklopfen.

„Mit den Reisnudeln könnte ich doch noch auf die Schnelle einen süß-sauren Reisnudelsalat machen“, schlug mir meine innere Stimme vor. Ihr kennt sie ja schon, meine innere Stimme. Sie ist sehr dominant und hat eine enorme Durchsetzungskraft. Außerdem duldet sie keinen Widerspruch.

„Ok“, antwortete ich willenlos. „Dann machen wir das auch noch…“

Und als eine Freundin anrief und fragte, ob es denn ihre heißgeliebte portugiesische Orangenrolle gibt, fiel mein Blick auf den Obstkorb, aus dem mir zwei frische Orangen entgegen „lächelten“. Und ich nickte – auch wenn sie das nicht sehen konnte.

So wurden dann aus 14 verschiedenen Gerichten plötzlich 20.

Ja, und nachdem ich alles aufgestellt und dekoriert hatte, sah ich auf die Uhr und stellte fest, dass die ersten Gäste bereits eine Stunde später angesagt waren. Ich blickte an mir herunter und sah das teigverklebte Shirt und die bemehlte Schlabberhose. Der Blick in den Spiegel machte die Sache nicht besser. Details erspare ich Euch aus Zeitgründen.

Ich sprang unter die Dusche und eine Stunde später läutete es schon. Und dann läutete es wieder… und wieder… und wieder.

Lange Rede, kurzer Sinn: morgens um 5.00 Uhr, als die letzten Gäste gegangen waren, erblickte ich die Kamera, die einsam auf einem Stuhl in der Ecke lag, und mir fiel ein, dass ich weder die kulinarischen Highlights noch meine Gäste fotografiert hatte.

In diesem Jahr schaffte ich es – wenn auch nur knapp – ein paar Fotos zu machen. Die bildliche Qualität lässt zwar zu wünschen übrig, aber wir wollen nicht kleinlich sein…

Hier nun der orientalische Kichererbsensalat mit Koriander:

kichererbsensalat

Zutaten für zwei Portionen

  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 Handvoll frische Petersilie
  • 1 Handvoll frische Korianderblätter
  • 1 Bund frische Pfeffermine
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2 Tomaten
  • 3 – 4 Champignons
  • 1 rote oder gelbe Paprikaschote
  • ½ Salatgurke
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 kleine Chilischote (alternativ: Chiliflocken)
  • 4 EL Essig
  • 1 EL Limettensaft
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Prise Paprikapulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Zubereitung

1.
Kichererbsen abgießen und in eine Schüssel geben. Petersilie, Koriander und Minze waschen, grob hacken und zu den Kichererbsen geben. Tomaten, Paprika, Gurke, Lauchzwiebel, Zwiebel und Champignons in Stücke schneiden und ebenfalls zugeben. Knoblauch und Chili fein hacken und unterheben.

2.
Den Salat mit Essig, Limettensaft, Salz, Pfeffer und Paprikapulver miteinander verrühren und das Öl zugeben und nochmals durchrühren. Die Salatsoße in den Salat geben und vermengen.

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Guten Appetit!

Das Einschreiben – Teil 2

Bevor ich mich nun wieder der Küche, neuen Rezepten und weiteren Blogbeiträgen widme, wollte ich noch kurz berichten, wie das mit dem Einschreiben weiterging.

Nun gut, meine Nacht war eher schlecht als recht. Ich fuhr am nächsten Morgen in die Arbeit und versuchte meine Ungeduld etwas zu zügeln. Ausnahmsweise ging ich an jenem Tag auch pünktlich heim, fuhr zur Post, atmete tief durch, suchte in der Handtasche nach dem Abholschein und ging rein.
Ich kam gleich dran, gab den Schein ab und wartete ungeduldig auf das, was ich bekommen sollte. Der freundliche Mann überreichte mir ein Päckchen. Ein Päckchen? An der Absenderadresse konnte ich erkennen, dass es aus dem Ausland kam. Wer schickte mir etwas aus dem Ausland?  Ich konnte kaum erwarten, es zu öffnen. Im Auto riss ich gleich die Verpackung auf und es war…. ein Pullover. Ja! Ich hatte mir diesen vor Wochen bestellt nicht wissend, dass er nicht aus Deutschland kam. Und nachdem die Tage und die Wochen verstrichen waren, hatte ich ganz vergessen, dass ich ihn bestellt hatte. Bis heute weiß ich nicht, warum man mir diesen Pulli per Einschreiben geschickt hat… Aber das ist jetzt auch nicht mehr wichtig, oder?

Das Einschreiben

Heute lag ein Zettel im Briefkasten. Von DHL. Darauf stand, dass man mich nicht angetroffen hätte und deshalb müsse ich das an mich adressierte Einschreiben, morgen bei der Post abholen.
Ein Einschreiben???!!!
Einschreiben bedeuten nichts Gutes, sagt man.
Wer also schickt mir ein Einschreiben???

Ich rufe meine Eltern an. Mir fällt auf die Schnelle niemand anderer ein, den ich anrufen könnte. Eltern geben einem doch immer so gute Ratschläge. Außerdem sind sie viel älter und haben somit viel mehr Lebenserfahrung als ihre Kinder.
„Wer könnte mir wohl dieses Einschreiben geschickt haben?“, frage ich meine Mutter hilfesuchend.
„Du bist bestimmt wieder so gerast. Darum bekommst du Post von der Polizei“, meint sie knallhart. An meinem Fahrstil hatte sie schon immer etwas auszusetzen. Aber ich muss zugeben, auch ich hatte kurzzeitig diesen Gedanken.
Mit ihrem ‚Optimismus‘ gießt meine Mutter noch Öl bei mir ins Feuer.
Ein Brief von der Polizei? Bin ich wirklich wieder zu schnell gefahren? Dann bin ich den Führerschein erstmal los. Und was dann? So ohne Führerschein? Wo könnten sie mich überhaupt geblitzt haben? Ich hab‘ doch aufgepasst. Oder hab ich einen Blitzer übersehen?
Ich beende das Gespräch, bevor sie noch ausschweifender wird.

Wie soll ich die Nacht bis morgen überstehen?
Den Brief kann ich erst morgen Abend abholen. Bis dahin muss ich Ruhe bewahren. Gut, ich versuche an etwas anderes zu denken. Ich setze ich mich an den Computer um ein paar Überweisungen zu machen.
Dann die Idee! Vielleicht finde ich mit der Sendungsnummer heraus, wer mir das Einschreiben geschickt hat?
Mann, bin ich clever…
Ich gebe in die Google-Suche „Einschreiben Sendungsnummer Absender herausfinden“ ein.
Und finde… nichts.
Ich gebe „Einschreiben was kann das sein?“ ein.
Nun stoße ich auf diverse Foren, in die verzweifelte Menschen – wie ich – auf der Suche nach Antworten sind. Antworten, um welche Art Einschreiben es sich handeln könnte, das durch einen Zettel im Briefkasten angedroht wird und irgendwo in einer Post darauf wartet, von ihren verängstigten Adressaten abgeholt zu werden.
Kluge Forenbesucher wissen, was es sein könnte. Sie erklären, dass man nur im Falle einer Kündigung ein Einschreiben bekommt. Oder wenn man als Zeuge vor Gericht geladen wird…
Mir droht eine schlaflose Nacht!
Aber manch einen hat es noch schlimmer getroffen als mich. Sie müssen über mehrere Tage, weil Wochenende ist und/oder weil Feiertage sind, warten.
Wie bitter!
Weil es aber zu anstrengend ist, mir alles durchzulesen, scrolle ich einfach bis ans Ende, wo jene panische Kreatur ein, zwei oder drei Tage später all den neugierigen auf Antwort wartenden Forenfreunden berichtet, was in dem Einschreiben stand.
Es war die Oma, die ihrem Enkel 100 Euro hat zukommen lassen! Es war die KFZ-Zulassungsstelle, die den Fahrzeugschein geschickt hat! Es war die Bank, die die neue Kreditkarte geschickt hat! Aber nie war es eine Zeugeneinladung. Und nie ist einem gekündigt worden. Ja, und nie wurde einem der Führerschein entzogen.
Das lässt hoffen…

Das Einschreiben

Darum kann ich mich nun wieder anderen Dinge zuwenden. Wie zum Beispiel einem tollen Rezept: einer wunderbaren Abwandlung eines Klassikers – der Lasagne. Ich spreche von der Teller-Lasagne mit Babyspinat.

Hier das Rezept:

Zutaten
für 4 Personen

  • 4 Lasagneplatten
  • 3 EL Olivenöl
  • 250 g Babyspinat
  • 3 Schalotten
  • 250 g Kirschtomaten
  • 250 g Ricotta
  • 1 Eigelb
  • 40 g Parmesan
  • Etwas Muskatnuss, frisch gerieben
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Lasagneplatten in kochendem Salzwasser ca 5 Minuten bissfest garen. Anschließend mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser heben und nebeneinander auf einen leicht geölten Teller legen. Auch die Oberfläche mit etwas Öl bestreichen.
  2. Babyspinat waschen und die Schalotten klein hacken. Das restliche Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig dünsten. Tomaten zugeben und kurz anbraten. Den tropfnassen Spinat in einen Topf geben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken.
  3. Ricotta abtropfen lassen und mit Eigelb und 30 g Parmesan glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer und dem Muskat abschmecken.
  4. Lasagneplatten auf vier ofenfeste Teller geben. Je 1 Esslöffel Ricotta auf eine Hälfte der Platte geben und mit Spinat und Tomaten belegen. Lasagneblätter umklappen und den restlichen Ricotta auf die Oberfläche streichen. Mit dem restlichen Parmesan bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 10 bis 15 Minuten auf der mittleren Schiene überbacken. Anschließend sofort servieren.

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Bom dia, meo amado Portugal!

Hinter mir liegen wieder fast drei Wochen Urlaub. Die Frage, wo, kann man sich schenken. Wir waren wie in jedem Jahr in Portugal in Armação de Pera. Mit Freunden. Zwar nehme ich mir alljährlich vor, endlich wieder einmal ins ferne Ausland, wie zum Beispiel nach Asien oder Afrika zu reisen, aber letztendlich fliegen wie doch ins wunderschöne Portugal. Warum? Es ist mein zweites Zuhause! Es ist wie Heimkommen! Ich liebe die Algarve, das Meer, die Menschen, die Strände, die Buchten, die kleinen Märkte, das Hinterland und…und…und…

Portugal

Unsere Unterkunft war diesmal ein kleines Häuschen in der Altstadt ca. 100m vom Sandstrand entfernt. Ich stand morgens immer sehr früh auf, um kurz nach Sonnenaufgang durch den Ort zu spazieren, den Fisch- und den Gemüsemarkt zu besuchen oder mich einfach nur ans Meer zu setzen, den kreischenden Möwen, die sich um einen Fisch zankten, zu lauschen und bei einem Galão (ein Espresso mit geschäumter Milch) in meinem Buch zu schmökern. Anschließend ging ich zum Bäcker und kaufte dort warme Paos (Semmeln). Dann kehrte ich heim, um den Nachwuchs aus dem Koma zu rütteln und zu frühstücken. Ja, und hinterher, wenn alle anderen aus ihren Betten gekrochen waren, gingen wir zum Strand, besuchten Buchten oder unternahmen etwas, wie zum Beispiel eine Grottentour mit den Booten.

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Dann hat Michael, ein Freund von uns und seines Zeichens Fotograf, noch ein Shooting für Debochado, der neu gegründeten Badehosen-Firma meines Schwagers, gemacht. In aller Frühe am Strand – das war sowieso meine Zeit, darum habe ich zugesehen.

Böse Zungen behaupten, die Portugiesen seien eitel. Wie Cristiano Ronaldo. Arrogante Schnösel. Und Machos, so wie die Italiener.

Aber ich sage: “Alles Quatsch!“ Sie sind nett, zurückhaltend und echte Familienmenschen. Aber wir wollen an dieser Stelle nicht abdriften, sondern kehren zurück zum Thema. Nachdem wir wieder die Fatacil (Kunsthandwerks-, Tourismus-, Landwirtschafts-, Handels- und Industrie-Messe) besucht haben, ging es auch einmal wöchentlich zum Piri-Piri-Hühnchen-Essen! Das ist Tradition. Mittwochs fahren wir, wenn wir in Portugal sind, ins Landesinnere in ein Lokal, wo es dieses traditionelle Gericht gibt. Dazu werden Pommes, Kardamom-Reis, Salat, Getränke und anschließend ein Dessert aus der Desserttheke mit einem Pica (Espresso), Galão oder ähnlichem gereicht. Ja, und das ist nicht nur unglaublich gut, sondern kostet zudem unglaubliche 8,50 €. Das Lokal ist ein Geheimtipp, in das nur Portugiesen bzw. Einheimische gehen.

Nun habe ich genug geschwelgt – deshalb lasse ich nun einfach noch Fotos sprechen:

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Träume

Meine Küche ist klein. Sie ist hübsch, aber klein… Darum sind wir – die Kids und ich – am Überlegen, ob wir uns ein größeres Quartier, bzw. ein Quartier mit einer größeren Küche suchen. Und zwar eine Küche, in der auch mein heiß gewünschter, lang ersehnter, zukünftig hoffentlich mir gehörender Thermomix seinen Platz findet.

Meine Küche

Meine Küche

Thermomix? Genau, Thermomix! Das ist jenes wunderbare Küchengerät, das so viele Dinge kann, dass alle anderen Küchenmaschinen überflüssig sind. Rührgerät, Mixer, Zerkleinerer, Pürierstab, und, und, und…. Nein, ich gehöre nicht zur Herstellerfirma und werbe dafür. Ich bin nur ein Verfechter hilfreicher Küchengeräte, die einem helfen, Zeit und Arbeit zu sparen.

„Kauf sie Dir halt“, schlägt mein Töchterchen vor, die sich selbst erhofft, sie nutzen zu dürfen. Aber diese Wundermaschine kostet schlappe 1100 €.

„Nein“, sagen nun ahnungslose Besserwisser, „ein Thermomix ist nichts für wahre Köche.“ Das sind diejenige, die scheinbar meinen, dass dieses Gerät auch noch einkauft, kocht, backt, dekoriert und serviert. Aber ich weiß, dass auch einige Sterneköche dieses tolle Wunderwerk besitzen – und nicht nur das, nein:  sie verwenden es sogar!

„Du hat keine Ahnung“, sage ich dann. „Damit kannst Du viele Dinge ganz schnell und einfach machen, wie zum Beispiel hacken, kneten, rühren und so…“

„Blödsinn“, meint der Klugscheißer, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte, weil er sonst den Ruf eines unwissenden Kochbanausen bekommen könnte. „Dann kochst Du ja quasi gar nicht mehr selber, sondern lässt kochen.“

Oh Gott, der hat wirklich keine Ahnung…

„Ich koche doch nicht damit – ich habe lediglich eine extreme Arbeitserleichterung.“

Aber er hört mir gar nicht mehr zu. Männer eben…

Ich weiß auch nicht, warum ich, wenn es um’s Kochen oder um Rezepte geht, immer auf diese Küchenmaschine komme…

Darum wollen wir nicht länger abschweifen.
Also weg vom Thermomix und hin zur größeren Küche. Ich träume von einer großen Küche mit einer großen Arbeitsplatte. Und in dieser Küche steht ein kleiner Esstisch. Ich habe ja derzeit eine offene Küche, würde aber nun wieder eine geschlossene bevorzugen – einfach aus dem Grund, dass es dann nicht im Wohnzimmer und eventuell auch in den Schlafzimmern nach Essen riecht. Außerdem stört es alle anderen, wenn die Küchenmaschinen laufen, wenn gespült wird oder wenn man dort einfach während der Essenszubereitung Musik hören möchte, während der Nachwuchs Fernsehen schaut. Zugegebenermaßen hätten wir auch gerne wieder einen Garten. Die Kinder zum Spielen und ich für die Kräuter, die ich gerne anpflanzen und hinterher zu Kräuterbutter oder Pesto verarbeiten könnte – im Thermomix… oder sonstwo. 🙂

Aber nun wenden wir uns einem Rezept zu. Und zwar dem Kohlrabi-Safrancremesüppchen mit scharfen Garnelen. Ein tolles Rezept, wenn man ein feines Menü zaubern möchte. Außerdem lässt es sich wunderbar im Therm… ähm… im Küchengerät pürieren.

Kohlrabi-Safransüppchen mit scharfen Garnelen

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Zutaten für 8 Personen

  • 3 Kohlrabi (mittelgroß)
  • 1-2 TL Tabasco oder Piri-Piri
  • 3-4 EL Olivenöl
  • 1 TL Paprika scharf
  • 1 Zwiebel (mittelgroß)
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Butter
  • 150 ml Weißwein trocken
  • 1 Kartoffel (klein)
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 300 g rohe Garnelen
  • 100 ml Schlagsahne flüssig
  • 0,1 g Safran
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • etwas Muskatnuss

Zubereitung

1.
Garnelen waschen und trocken tupfen. Für die Marinade Tabasco, Paprika und das Olivenöl verrühren. Garnelen ca. 30 min marinieren. Kohlrabi putzen, Kartoffel schälen. Alles klein würfeln. Zwiebel schälen und ebenfalls würfeln.

2.
Butter in einem Topf erhitzen. Kohlrabi, Kartoffel und Zwiebel darin andünsten. Safran zugeben und vermengen. Mit Wein und Gemüsebrühe ablöschen und zugedeckt ca. 15 min köcheln lassen. Sahne zugeben und Suppe mit einem Stabmixer fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

3.
Ein Pfanne ohne Fett erhitzen, den Knoblauch zugeben und kurz anbraten. Dann die Garnelen zufügen und bei mittlerer Hitze so lange braten, bis diese rosa und knackig
sind. Mit Salz würzen. Suppe anrichten, jeweils zwei Garnelen auf einen Spieß stecken und zur Suppe reichen.

Guten Appetit!

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Der Wahnsinn und die Liebe

Eines Tages entschloss sich der Wahnsinn, seine Freunde zu einer Party einzuladen.
Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust vor, Verstecken zu spielen.

„Verstecken? Was ist das?“ fragte die Unwissenheit.
„Verstecken ist ein Spiel: einer zählt bis 100, der Rest versteckt sich und wird dann gesucht“ erklärte die Schlauheit.
Alle willigten ein bis auf die Furcht und die Faulheit.
Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und erklärte sich bereit, zu zählen.
Das Durcheinander begann, denn jeder lief durch den Garten auf der Suche nach einem guten Versteck.
Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den Dachboden, man weiß ja nie.
Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet.
Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los.
Die Verzweiflung auch, denn sie wusste nicht, ob es besser war sich hinter oder vor der Mauer zu verstecken.

„…98, 99, 100!“ zählte der Wahnsinn.
„Ich komme euch jetzt suchen!“
Die erste, die gefunden wurde, war die Neugier, denn sie wollte wissen, wer als erster geschnappt wird, und lehnte sich zu weit heraus aus ihrem Versteck.
Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn man konnte ihr Kichern nicht überhören.
Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine Freunde und selbst die Sicherheit war wieder da.

Doch dann fragte die Skepsis: „Wo ist denn die Liebe?“
Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner hatte sie gesehen.
Also gingen sie suchen. Sie schauten unter Steinen, hinterm Regenbogen und auf den Bäumen.
Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch mit Hilfe eines Stöckchens.
Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die Liebe.
Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge rausgepiekst.
Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und bot der Liebe an, sie für immer zu begleiten und ihre Sehkraft zu werden.
Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung natürlich.

Seitdem ist die Liebe blind und wird vom Wahnsinn begleitet…

Eine schöne Geschichte, nicht wahr? Ich habe sie im Internet gefunden und dachte, ich teile sie mit Euch. Und weil Liebe ja bekanntlich durch den Magen geht, habe ich auch ein passendes Rezept für Euch: Birnen-Roquetfort-Bruschetta mit Walnüssen und gerösteten Speck.

Bruschetta

Zutaten für 8 Personen

  • 16 Baguettescheiben
  • 2 Birnen, fest
  • 300 g Roquetfort
  • 2-3 EL Olivenöl
  • 1-2 EL Limettensaft
  • 2 EL Zucker
  • 6 Scheiben Speck
  • 6 Walnüsse

Zubereitung

  1. Speck in einer vorgeheizten Pfanne ohne Fett knusprig braten. Anschließend  auf einen Teller geben und mit Küchenpapier abtupfen.
  2. Walnüsse kleinhacken und in einer Pfanne rösten.
  3. Birnen waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit Zitronensaft und Öl 10 min marinieren. Roquetfort ebenfalls in kleine Würfel schneiden und kaltstellen.
  4. Birnen mit Zucker bestreuen und in einen 200°C (Ober-Unterhitze) vorgeheizten Backofen geben. 15 min backen.
  5. Birnen herausnehmen und kurz abkühlen lassen. Baguettescheiben in den Ofen geben und das Brot knusprig rösten.
  6. Birnen mit dem gewürfelten Roquetfort vermengen und auf die gerösteten Brotscheiben geben.
  7. Walnüsse darüber streuen und kleine Speckstücke darüber geben. Servieren.

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Wie die Mutter, so die Tochter

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Meine Tochter ist 12 Jahre alt. Und was ist ihre Leidenschaft? Kochen! Backen! In Kochbüchern stöbern! Neue Rezepte ausprobieren…!
Von wem sie das hat? Ok, ich bin nicht ganz unschuldig, aber mit 12 Jahren habe ich noch andere Dinge im Kopf gehabt. Lesen. Mich mit Freundinnen treffen. Jungs ärgern. Aber ganz sicher nicht kochen.

Eigentlich ist es schön, wenn man jemanden in der Familie hat, der die eigene Leidenschaft teilt. Auf der anderen Seite kann es auch anstrengend sein. Denn wenn sie den Kochlöffel geschwungen hat, dann sieht die Küche hinterher aus wie ein Schlachtfeld. Nein, nicht nur die Küche… die ganze Wohnung. Die Fortbewegung ist nach dem Backen eines Kuchens extrem erschwert, da man ständig am Boden kleben bleibt. So habe ich vor einiger Zeit den Boden 3 (!) mal hintereinander wischen müssen, ehe man die ursprüngliche Farben der Fliesen wieder erkennen konnte.
Aber nicht nur der Boden leidet nach der Koch- bzw. Back-Arie. Nein, auch die Arbeitsplatten, der Ofen, die Küchenmaschinen und sämtliche Utensilien, die benutzt wurden.

Nach langen Bitten („Aber Mama, ich hab‘ doch gekocht und bin nun erschöpft!“ „Ich koche doch auch und mache anschließend alles sauber“, erkäre ich. „Ja, aber ich bin noch ein Kind – und Kinder sind schneller erschöpft…“ usw.) erklärt sich Madam dann doch bereit, die Reinigung besagter Gegenstände und des Kochumfeldes zu übernehmen. Aber das verschlimmert die Sache nur – denn hinterher, wenn ich die Kochtöpfe, Schüsseln oder Löffel benötige, die irgendwo in den Schränken verstaut wurden, muss ich feststellen, dass überall noch der Teig oder sonstige undefinierbare Massen daran kleben. Und dann geht das Abspülen und Putzen erst richtig los. Dass meine Stimmung darunter leidet, dürfte verständlich sein. Und dass das Verhältnis Mutter-Tochter darunter leidet, dürfte ebenfalls klar sein.

Wie oft habe ich geschworen, den Nachwuchs nicht mehr an den Herd zu lassen, aber dann schreitet meine innere Stimme ein: „Du willst doch nicht, dass das Talent Deiner Tochter verkümmert, nur weil sie es nicht ausleben darf?“
„Nein, natürlich will ich das nicht….“
„Und Du willst doch, dass sie etwas von Dir lernt?“
„Klar will ich das!“
„Und Du willst doch nicht, dass sie sich am Ende frustriert irgendwelchen anderen ‚Hobbies‘ zuwendet, wie beispielsweise der Playstation?“ Meine innere Stimme bekommt einen leicht drohenden Unterton…
„Oh Gott, nein!“
„Dann nimm‘ gefälligst in Kauf, dass sie es mit dem Putzen nicht so hat… Aus! Basta!“ Meine innere Stimme duldet nun keine Widerworte mehr.
Dennoch wage ich noch einen schwachen Versuch.
„Aber ich bin berufstätig und kann doch nicht ständig die Küche und das Wohnzimmer putzen. Und den Flur… “
Aber da ist es schon verschwunden – mein zweites Ich.

Tja, und so drücke ich immer wieder ein Auge zu, wenn Madam zu mir kommt… – mit irgendeinem Rezept in der Hand, das sie ausgedruckt hat oder einem Kochbuch, in dem zig kleine Einmerker kleben – und laut verkündet: „Heute koche ich!“

Ich erwähne nun bewusst nicht, dass diverse Ergebnisse ihrer Kochexperimente des öfteren im Müll landen. Oder dass, wenn ich mich zwischendurch an den Herd wage, sämtliche Zutaten, die ich in der Speisekammer wähnte, nicht mehr auffindbar sind. Wir kennen den Grund….

Wie auch immer – gestern durfte sie wieder backen. Für den Tag der offenen Tür in ihrer Schule. Und hier das Ergebnis: superleckere Schokomuffins mit Topping. Dass nicht nur wir begeistert waren, bestätigten auch diejenigen, die diese Gebäcke innerhalb weniger Minuten an sich gerissen und gegessen haben.

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Zutaten für 12 Muffins

  • 125 g weiche Butter
  • 125 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 Eier
  • 200 g Mehl
  • ½ Pck. Backpulver
  • 100 ml Milch
  • 2 El Kakaopulver

Für die Glasurcreme

  • 200 g Bitterschokolade
  • 200 g Creme Fraiche
  • 50 g Puderzucker

Zubereitung

1.
Ofen auf 180°C vorheizen.
Die Butter mit dem Zucker cremig schlagen, Dann Vanillezucker dazu geben und verrühren. Anschließend die Eier nach und nach mit der Butter-Zucker-Mischung verrühren. Mehl mit dem Backpulver vermischen und einen kleinen Teil in die Butter-Zucker-Creme geben. Den Rest Milch und Mehl weiter im Wechsel unterrühren. Zuletzt das Kakaopulver unterrühren. Den Teig in die Muffinsbackformen füllen und ca. 10 min backen.

2.
Inzwischen alle Zutaten für die Glasur verrühren. Wenn die Muffins abgekühlt sind, die Glasurcreme mit Hilfe einer Tüte bzw. Spritzform darauf spritzen und mit süßen Dekokügelchen, etc. bestreuen. Abkühlen und servieren.

Tipp:

Der Teig kann nun beliebig mit z.B. Nüssen, Früchten, etc. verfeinert werden.

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Whatsapp – ein traumatisches Erlebnis

WhatsappLetzten Dienstag ist uns – bzw. meinem Sohn – ein Faux Pas passiert. Ich übernehme sein Handy und wollte wissen, wie ich meine Kontakte auf das neue Handy übertrage. Er hat sich kurz im Internet schlau gemacht und hatte dann aber die geniale Idee, wie er es hinkriegen könnte.
„Ich mache einfach eine Gruppe und schick sie rüber“.
Ich wusste nicht, was er für eine Gruppe erstellte und auch nicht, dass es sich um eine Whatsapp-Gruppe handelte. Er saß mir gegenüber und hantierte herum. Auf einmal hörte ich „ping, ping, ping…“
„Was ist los?“, fragte ich.
„Is‘ schon okay“, meinte er.
Das „ping, ping, ping…“ wurde immer schlimmer. Ich riss ihm mein Handy aus der Hand und sah, dass mich zahlreiche Freunde – auch Leute, von denen ich Jahre nichts mehr gehört habe – per Whatsapp ansprachen.
„Was ist los, Kirsten“, „Kirsten???“, „Is was?“, „Hi, Kirsten!“, „Gibt’s ne Party?“, etc. Mir wurde heiß. Mir wurde übel, zumal ich weiß, dass manch einer den Whatsapp-Gruppen nicht sehr aufgeschlossen ist.

Sofort rief ich eine Freundin an, von der ich dachte, dass sie sich besser mit Whatsapp auskennt als ich (da gehört nicht viel dazu), und fragte sie, wie ich die Gruppe schnellstens löschen könnte. Da seien schließlich auch seriöse Kontakte dabei.
Während ich mit ihr telefonierte, planten sämtliche meiner Kontakte schon die Halloween-Party bei mir, stellten sich gegenseitig vor, freuten sich über Leute, von denen sie lange nichts mehr gehört haben, teilten Fußballergebnisse denjenigen mit, die keine Zeit mehr hatten, Fußball zu schauen, und lachten sich schlapp über meine Machtlosigkeit, die dämliche Gruppe zu löschen.
Dann klingelten sämtliche Telefone, es brummte das Sms-Signal und es machte weiter ping, ping, ping… Ich überlegte hektisch, was ich tun könnte. Besagte Freundin konnte mir auch nicht weiterhelfen. Mit zittrigen Fingern schrieb ich in Whatsapp, dass die Leute die Gruppe bitte einfach verlassen sollen, wurde aber lediglich bedauert und auf meinem Handy ging die Party weiter.

Meine Freundin schlug vor, dass ich doch einfach aus der Gruppe austreten sollte, aber das wagte ich nicht – dann hätte ich keine Kontrolle mehr. Ich konnte doch den ausgeflippten Haufen nicht einfach sich selbst überlassen. Und wer weiß, was sie alles planten – rauschende Feste bei mir? – und da muss ich rechtzeitig flüchten können…

Doch dann fand ich im Eifer des Gefechtes heraus, wie ich die Einzelnen löschen konnte. Und ich begann einen nach dem anderen zu entfernen…
In der Gruppe jaulten sie auf. „Sie löscht uns!“, „Hilfeee!!!“, „Ich will nicht gelöscht werden, ich will dableiben!“, „Kirsten, wir müssen reden!“, „Halt!!!“, „War schön, Euch alle kennengelernt zu haben“, „Kirsten wird drastisch“, „Bitte nicht, Kirsten!“, „Lebt wohl!“, „Das war das Whatsapp-Highlight des Jahres“, und so weiter…
Ok, ich hatte Erbarmen mit dem harten Kern – die durften bleiben. Den Chat habe ich übrigens umbenannt in „Gute Nacht!“, um die Leute zum Schlafengehen zu animieren, aber das hat nicht geholfen. Ich bin schlafen gegangen, erschöpft, k.o., kaputt – und mein Handy-Akku war leer.
Aber dann wurde ich doch noch mal wachgeklingelt – von Leuten die das Malheur erst hinterher entdeckt hatten und die meinten, sie möchten, nachdem ich sie rausgelöscht habe, gerne wieder aufgenommen werden. Oder diejenigen, die sich erkundigten, ob der/die eine „Whatsapper/in“ noch Single sei. Oder diejenigen, die mit mir über den lustigen Chatverlauf plaudern wollten. Na gut, irgendwann bin ich eingeschlafen und hab tatsächlich davon geträumt…

Und heute morgen meinte mein Sohn: „Ich hab eine Super-Idee, wie wir Deine Kontakte rüberbringen.“ Oh no….

Am nächsten Tag hab ich mich dann auf meiner Facebook-Seite bei den Whatsapp-Geschädigten – ich bin davon ausgegangen, dass das nicht jeder lustig fand – entschuldigt. Naja, und ansonsten habe ich viel Gelächter und Spott über mich ergehen lassen müssen. Und das, obwohl ich doch eigentlich völlig unschuldig  bin… Im Nachhinein fand ich selbst das Ganze übrigens unglaublich komisch, ja, echt witzig, und war beim Nachlesen des Chats wirklich überrascht, wie viel Humor in manchem meiner Whatsapp-Freunde steckt. Ich bin übrigens am Überlegen, ob ich für meine 188 Kontakte eine Party schmeiße, damit sie sich mal persönlich kennen lernen…